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Zum Amok laufen …

von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: etwa 3 Minuten.

kopfgeschossen… das Geschreibsel der so genannten „Experten“ zum Amoklauf von Winnenden. Wäre es nicht ein blöder Anglizismus, könnte man es größten Teils auch „Bullshit“ nennen, was in den Medien dieser Tage dazu erscheint. Nicht, dass wir dafür kein deutsches Wort hätten, aber Bullenscheiße darf man ja nicht schreiben, das wär ja Fäkalsprache.

Da läuft also dieser Tim K., ich werde ihn der Einfachheit halber nachfolgend Tim K. nennen, Amok, und kaum einen Tag später wird in den Medien der wahrhaft Schuldige ausgemacht und angeprangert. Also je nach Gusto ist es mal der Frauenhass (Alice „im Wunderland“ Schwarzer), oder das „Killerspiel „World of Warcraft“ (Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, derselbe, der sich schon bei dem Sebnitz-Fall mit seiner „Expertise“ geirrt hatte, in dem er behauptete, Rechtsextreme hätten im Schwimmbad von Sebnitz in der sächsischen Schweiz, unter dem Beifall der übrigen Besucher den 8-jährigen Joseph Kantelberg-Abdullah ertränkt. Er ist leider „nur“ an einem Herzfehler gestorben.) Ich spiele ja kein „World of Warkraft“, ich weiß aber soviel, dass es sich hierbei um ein Aufbau-Strategiespiel handelt, bei dem man so mörderische Tätigkeiten erlernen kann, wie Minen aubeuten, Leder verarbeiten, Edelsteine schleifen, Häuser bauen und so weiter. So ähnlich wie bei den Siedler-Spielen halt. Ab und an gibt’s schon mal eins auf die Omme, aber bei „Mensch ärgere Dich nicht“ wirst Du ja auch rausgeschmissen. Rasend gefährlich für Jugendliche, das Ganze. Für mich hat das Spiel mit einem Killerspiel ebensoviel gemein, wie „Das Dschungelbuch“ mit einem Hardcore-Porno. Aber so ist das halt, es muss ja einen Grund haben, warum Tim K. losgeht und Leute erschießt. Und je nach dem, was ich von Beruf bin, denke ich mir was aus. Die Frauenrechtlerin (nicht, dass das ein Beruf wäre) begründet das mit Frauenhass, der Kriminologe mit Killerspielen. Der Friseur nähme vielleicht einen schlechten Haarschnitt an, der Fußpfleger eingewachsene Zehennägel, und der Koch vermutete, dass das Essen ihm nicht geschmeckt habe. Der Malermeister könnte anführen, dass das „Kinderzimmer“ zu rot gestrichen sei, denn rot mache ja aggressiv, siehe Stierkampf, der Blumenhändler schöbe es auf die Erika.

Es könnte aber auch sein, dass Tim K. einfach zu viel Zeitung gelesen hat. Bei so viel Unsinn, der dort häufig zu lesen ist, bekommt man schon mal einen „Rotlauf“. Vermutete der Qualitätsjournalist.

Meine Vermutung ist eher die mangelnde Sensibilität im Elternhaus, das Nichterkennen der Probleme des Heranwachsenden. Kann natürlich auch völliger Blödsinn sein. Bestimmt sind die Eltern die besten und sensibelsten auf der Welt, und haben sich immer rührend um den Kleinen gekümmert. „Das Timmilein möchte gerne mal ein bisschen schießen? Natürlich, kein Problem. Pappi zeigt Dir, wo verbotener Weise die Waffe liegt, und die Munition dazu.“ Kann ebenfalls völliger Quatsch sein, man weiß es halt nicht genau. Aber das ist ja das Vermaledeite, dass man nicht den Finger darauf legen kann. Wo wir doch im Zeitalter des „Aufklärungsfanatismus“ (Quelle: Harald Staun, FHS) leben. Nur bringt das niemanden wieder zurück. Prävention wäre jetzt die geeignete Maßnahme. Brauchtum hin oder her, Waffen haben im Privathaushalt nichts zu suchen, schon gar nicht unverschlossen im Schlafzimmer. Mit einem Taschenmesser oder einer Wasserpistole ist nun mal schlecht Amoklaufen. Irgendein unsinniges Verbot von vermeintlichen Auslösern wie Killerspielen etc. macht doch diese gerade erst richtig interessant. Man könnte natürlich auch, um den Waffenbesitzern nicht allzusehr auf den Schlips zu treten, kleine Aufkleber auf die Waffen machen, wie bei den Zigarrettenschachteln. „Schießen kann tödlich sein!“ oder „Baller nicht, Mann; fahr lieber auf den Ballermann!“ Wird aber nicht fruchten. Helfen wird nur ein generelles Verbot des Waffenbesitzes. Waffen gehören in die Hände von ausgebildeten Fachleuten, wie unseren Ordnungshütern zum Beispiel. Blöd wäre dann nur, wenn ein Polizist zu viel „World of Warcraft“ spielte, keine Frauen mag, eingewachsene Zehennägel hätte, eine Scheißfrisur, ein rotes Wohnzimmer, lauter Kakteen auf dem Fensterbrett und den ganzen Tag Labskaus äße. Für den läge ich meine Hand dann nicht ins Feuer. Echt nicht.

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