Weit, weit weg …
von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: etwa 2 Minuten.
Was die Floskel „minimales Restrisiko“ bedeutet, erfahren die Menschen in Japan gerade sehr schmerzlich am eigenen Leib. Tokios Gouverneur bezeichnet die Katastrophe als „gerechte Strafe des Himmels“, aber wofür? Vielleicht für die unerträgliche Arroganz zu meinen, man könne Atomkraftwerke auf einer „Rüttelplatte“ bauen.
Schaut man auf das Leid der Menschen in Japan, ist man nicht wirklich in der Lage, es zu begreifen. So unwirklich, so „Roland Emmerich“. Adaptiert man das Szenario mal nach Deutschland, wird es gänzlich surreal. Uns kann das doch nicht passieren. Bei uns ist das nicht möglich, wir haben doch die besten Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Hat man uns doch immer beteuert. Oder ist doch alles ganz anders? Angela Merkel nimmt sieben Atomreaktoren, die vor 1980 gebaut wurden, vom Netz. Vorübergehend, heißt es in den Agenturmeldungen. Möchte der Dame denn nicht endlich jemand ein „Hallo wach“ in den Schlund drücken? Kann sie überhaupt reinen Gewissens verantworten, was sie da tut (oder vielmehr nicht tut)? Sollte sie das nicht mal jemand fragen?
Atomkraftwerke wurden gebaut, ohne ein Konzept für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle, geschweige denn ein Endlager zu haben. Energiekonzerne stecken sich die Taschen voll und die Abfallbeseitigung bleibt am Bürger hängen, von dessen Steuern die Entsorgung bezahlt werden muss. Nicht erst seit Asse (und hier liegen noch nicht einmal die Abfälle aus den Kernkraftwerken, trotzdem möchte man diese in Salzstöcken lagern) bekommen wir eine Ahnung, was die immensen Gewinne der Energiekonzerne am Atomstrom für die Menschen in Deutschland und der Welt bedeuten: Krankheit und Tod. Und höhere Energiepreise, was wirklich niemand einleuchtend erklären kann, und ein Thema für sich ist.
Die alten Meiler abzuschalten, und zwar endgültig, kann im Angesicht der schrecklichen Katastrophe in Japan nur der erste Schritt zum kurzfristigen und endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie sein. Auch danach haben wir noch lange mit den Folgen der Produktion zu kämpfen; die Abfälle überstrahlen uns noch in Generationen. Die Energiekonzerne sollen sich mit den erwirtschafteten Gewinnen zufrieden geben und sich konsolidieren. Die unbeaufsichtigte Spekulation mit Strom muss ein Ende haben, die Erzeugung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, aus Luft und Sonne muss besser erforscht und genutzt werden. Fukushima muss in den Köpfen der Menschen genau so verankert bleiben, wie Tschernobyl. Die Bilder des Elends kann man den Politikern nicht oft genug unter die Nase reiben, insbesondere nicht dem Wirtschaftsminister Brüderle, der sich am 15.03.2011 erdreistet, die Verbraucher zu „warnen“, dass sich die AKW-Abschaltung negativ auf die Strompreise auswirken könnten (Quelle: web.de). „Nun seid hübsch lieb, und lasst uns doch noch ein bisschen mit Atomstrom spielen, sonst macht der Onkel Brüderle aber ‘DuDu’!“ Schließlich muss man ja auch an die Zukunft denken; die des Herren Brüderle, als Aufsichtsrat in einem Energiekonzern? Ist mir schlecht …

30 Jahre schleichend “reinverarscht”, jetzt dann schleichend wieder “rausverarscht” – Nur gut, dass in D alles so ungefährlich ist, versichert, erdbebenfrei und überhaupt alles perfekt läuft.
Weit, weit weg – bis die Erde doch kleiner wird, als man sich zu denken zwang… .
Empathie? Mangelware. Phantsie? Ging nicht mehr in Produktion.
Es ist fast schon blöde, wütend zu werden – und dennoch unumgänglich!
Auf die Straße, weiterschreiben – Danke, Mike!
Immer wieder gerne, Alisseos! “Sehr polemisch”, musste ich mir sagen lassen, innerhalb der Familie. Wie aber soll man die Polemik der Politikerhanseln (und -hanselinnen) beantworten, wenn nicht mit Polemik? Im Juli letzten Jahres ist Seehofer noch für die unbefristete Laufzeitverlängerung eingetreten. Als wenn er ein Atomkraftwerk besäße …