Verschwendungssuchtprävention oder „Kein Bier für Hartz IV“
von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: etwa 3 Minuten.
So ist das, in Zeiten knapper Kassen: da wird gespart! Na ja, nicht bei allem und jedem, nur bei denen, die sowieso schon an der untersten Armutsgrenze leben. Das sei sogar gerecht, meint die mit güldenem Löffel im Schnütchen geborene, siebenfach Kindergeld kassierende Frau von der Leyen.
Diese lächerliche Erhöhung des Regelsatzes von fünf Euro auf 364,- Euro monatlich kann man nun so gutheißen, wie zum Beispiel eine Andrea Seibel auf www.welt.de mit einem Artikel der „Regierung setzt dem ruinösen Sozialstaat ein Limit“ titelt, und nur so strotzt vor Polemik und falschen Behauptungen: „Und so haben wir diese Menge reichster Armer in unserer Geschichte – in einem 80 Millionen-Land, das international bewundert wird, weil es im-mense Herausforderungen wie die deutsche Einheit oder jüngst die Finanzkrise bestens bewältigt hat. In dem ein Fachkräftemangel droht und die niedrige Arbeitslosigkeit auf Vollbeschäftigung verweist.“ schreibt sie dort.
Finanzkrise bewältigt, so, so. Die HRE möchte doch noch weitere Milliarden vom Staat. Was ist denn da bewältigt? Die geschönten Arbeits-losenzahlen weisen nicht auf Vollbeschäftigung, sondern auf kreativen Umgang mit dem Zahlenwerk. Erst die „Ich-AG“ propagieren und fördern, und nachdem dann (wie erwartet) die meisten davon mangels Beschäftigung und Chancen auf dem Markt aus der Selbstständigkeit wieder aussteigen mussten, waren die – schwupps – auch aus der Arbeitslosenstatistik verschwunden. Nicht zu reden von den Vorruheständlern, die einfach keinen Job bekamen und nun verrentet sind – mit magerem Salär. Auch nicht mehr in der Statistik zu finden.
„Das Statistische Bundesamt hat analysiert, was Menschen mit kleinem Einkommen monatlich ausgeben können, zum Beispiel Verkäuferinnen, Pförtner, Maler, Friseure.“ so Frau von der Leyen zur Bildzeitung. Nur die Zahlen des statistischen Bundesamts möchte sie partout nicht offenlegen. Warum wohl nicht?
Na ja, vielleicht schämt sie sich ein wenig fremd, für die niedrigen Löhne von Frisörinnen und Verkäuferinnen, die ja noch nicht einmal die Hühneraugenpflaster von der Steuer absetzen können.
Nun bin ich nicht der Meinung, dass Hartz IV-Empfänger in Saus und Braus leben sollen; sie müssen auch nicht in den Urlaub fahren, aber sollten Ihren Kindern die anfallenden Klassenfahrten etc. ermöglichen können. Sie sollen so leben können, wie es das Grundgesetz für sie vorsieht, und ihren Kindern sollen alle Bildungs- und Ausbildungschancen offen stehen. Es kann doch nicht sein, dass den unfähigen „Bankstern“ die millionenschweren Boni und Pensionen bis zum Darmverschluss in den Anus geschoben, und die in Armut lebenden Menschen mit Almosen abgespeist werden. Wem nützt es denn, dass wir Exportvizeweltmeister sind? Den großen Firmen, die ihre Gewinne im Ausland versteuern und in Deutschland ihre Verluste abschreiben? Dass wir diesen Titel überhaupt haben, liegt nicht an der Innovationskraft der deutschen Firmen, sondern er wurde aufgrund der immer niedrigeren Löhne der Arbeitnehmer „erwirtschaftet“.Die Regierung sollte endlich einen akzeptabelen Mindestlohn einführen, dann rechnet sich das auch besser mit den Hartz IV-Sätzen.
Eigentlich müssten die Hartz-IV-Empfänger froh sein, dass nicht noch die Regelsätze für Kinder gekürzt wurden, denn die sind, laut Frau von der Leyen, noch um 12,- Euro zu hoch, wie Berechnungen ergeben haben wollen. Also, liebe „nach einem verurteilten Straftäter benannte-IV-Empfänger“: Gehet auf die Straßen und preiset diese ach so sozial eingestellte Regierung, dass sie Euch nicht auch noch was weggenommen hat. Und das, obwohl sie doch so knapp bei Kasse ist. Schließlich mussten wir ja auch Griechenland kaufen, ääh, oder so; und Banken retten, damit die uns weiter bis 15% Dispokreditzinsen berechnen können, und unseren Spargroschen auf dem gelobten Sparbuch mit 0,1% großzügig verzinsen. Zudem muss der Staat ja auch den von den Energieerzeugern angefallenen Atommüll von einem maroden Salzstock in den anderen karren. Das wird teuer, da bleibt nicht viel für andere Sachen. Bislang wurden Euch nur Bier, Schnaps und Zigaretten aus der Statistik heraus gerechnet. Passt mal auf, bald wird auch noch das Klopapier nicht mehr in die Berechnung einfließen, damit Ihr endlich wisst, wohin mit der Bildzeitung!
Ein sehr gutes Interview dazu können Sie unter nachfolgendem Link nachlesen:

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