Uslar, neu möbliert
von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: fast 2 Minuten.
Unter dem Motto “Uslar möbelt auf” soll die Stadt ab 2010 mit Kunstwerken des Künstlers Otmar Alt , der sich dankenswerter Weise bereit erklärt hat, Geld von Uslarer Sponsoren anzunehmen, aufgehübscht werden. Ziel ist es, mehr Leute und somit mehr Kaufkraft nach Uslar zu locken. Die Stadt, so Bürgermeisterin Daske, koste das keinen Cent, da alles, wie oben schon angedeutet, über Sponsoren finanziert werden soll.
Ich frage mich nun, was denn die bunten Skulpturen – als erstes ist ein auf einem Stuhl herum hüpfendes Mädchen geplant, als Hommage an die ehemalige “Möbelstadt Uslar”, in der die Ilsewerke einmal größter Arbeitgeber waren – bewirken sollen? Ganz viele Besucher die die Skulptur anschauen und dann etwas kaufen? Was denn bloß? Drogerieartikel? Bücher? Brillen? Stützstrümpfe? Lotto könnten sie noch spielen und eine Tasse Kaffee trinken oder etwas essen. Zwingend was mit Kartoffeln, versteht sich.
Dann haben wir also neben hässlichen (nur meine Meinung) gusseisernen Pflanzenkübeln auch noch kunterbunte Skulpturen in der Innenstadt stehen. Das wird die Menschen nur so in Scharen anlocken. Vielleicht. Man könnte dann natürlich noch an zwei, drei Ecken Kasperletheater aufstellen, die versetzt alle zwei Stunden eine Vorstellung geben und Kindern wie deren Muttis pädagogisch wertvoll erklären, warum sie anschließend gefälligst was einzukaufen haben. Für die etwas ältere Generation wäre die Einrichtung von ein bis zwei Internet- und Spielekonsolencafés doch eine gute Idee. Kostenlos surfen im Internet und daddeln an den Konsolen, vorzugsweise Ballerspiele, damit sie auch kommen, die Jugendlichen. Alles natürlich gesponsort. Von Alkohol- und Tabakindustrie vielleicht. Denkbar wäre auch der Einsatz von Headhuntern der Bundeswehr. Schließlich könnten die gleich ihr Kanonenfutter für Afghanistan requirieren: “Willst Du mal richtig ballern? Mit echten Kanonen? Ja? Dann komm mal mit!” Man muss ja Synergieeffekte nutzen. Hat, glaube ich, auch die Bürgermeisterin schon verlauten lassen, das mit den Synergieeffekten.
Die wichtigste Bevölkerungsgruppe haben wir natürlich noch vergessen: die RentnerInnen. Wie bekommen wir die in die Stadt, möglichst ohne dass sie sich auf dem Pflaster die Beine brechen? Und wenn, dann wenigstens erst nach dem Einkauf von Häkelgarn und Rollatoren. Dienstags und donnerstags Tanztee auf der Langen Straße? Bei schlechtem Wetter Polonaise mit gesponsorten Schirmhaltern durch die Innenstadtgeschäfte? Ich weiß es nicht. Vielleicht fällt Ihnen ja was ein?

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