Text und Layout
Wir alle – nun ja, die meisten von uns – haben das Lesen erlernt. Einige früher andere etwas später, je nach Lebensalter. Was wir dabei gelernt haben, ist nicht nur das Entziffern von Buchstaben und das Zusammensetzen zu Wörtern und Sätzen, sondern auch wurden wir an eine bestimmte Art des Lesens gewöhnt.
s s W
c o ü
h r
r w d
e e e
i i
b t i
e e c
n, r h
verstünden Sie auf den ersten Blick gar nichts. Das Auge folgt beim Wahrnehmen eines Textes gewohnten Bewegungen – also von links nach rechts, dann von oben nach unten. Diese Augenbewegungen, die unwillkürlich und automatisch stattfinden, um einen Text zu erfassen, nennt man Sakkaden. Als Layouter und Texter, kann man sich diese Sakkaden zunutze machen, indem man Texte gliedert. Je nach dem, wie man den Leser ansprechen möchte, ob er den Text schnell lesen können soll oder lieber sorgfältig studieren, kann man den Lesefluss steuern.
Geübte Leser, vor allem Vielleser nehmen nicht mehr alle Buchstaben eines Wortes wahr, sondern nur noch Teile davon; das Gehirn setzt das Wort dann zusammen. Je einfacher ein Text ist, desto schneller funktioniert das. Liest man dagegen komplizierte Texte mit vielen Fremdworten wird wieder Zeichen für Zeichen gelesen. Dies ist ermüdend und dauert lange.
Wichtig ist deshalb, darauf zu achten, dass der Text genügend groß geschrieben ist. Zudem sollten die Zeichen nicht zu dicht beieinander stehen, das erschwert den Lesefluss. Interpunktion ist ebenfalls sehr wichtig, da sie dem Auge und Gehirn helfen, Textstücke inhaltlich richtig und verständlich zu erfassen. Schriebe, ich in der; folgenden Weise. Weiter? Kämen Sie doch, sehr ins Stocken bei, der Leserei. Auch ist die Grammatik beim Lesen hilfreicher, als manch ein Autor glaubt, denn auch sie hilft dem Gehirn, den Inhalt eines Textes richtig aufzunehmen.
Hervorhebungen im Text mittels Versalien (Großbuchstaben) sollte man sparsam verwenden, nämlich nur dort, WO SIE wirklich angebracht SIND.
Wenn dies alles verinnerlicht wird, kann der Autor ganz bewusst den Lesefluss lenken und auch mit seinen Lesern spielen; wichtige Passagen zum Beispiel in einer Condensed-Schrift verfassen, damit den Lesefluss absichtlich verlangsamen.
