Montag, April 5th, 2010
Ja, ich weiß, Ihr werdet Euch alles andere als geehrt fühlen, wenn Ihr dies zu Ende gelesen habt, aber die Konventionen erfordern nun mal solch eine antiquierte Briefanrede. Auch ist mir bewusst, dass Ihr Euren Aktionären verpflichtet seid, und Eure Personaldecke deswegen an einigen Ecken zu kurz ist. Was ich aber – mit Verlaub – zum Kotzen finde ist, dass Ihr eine über 80-jährige Frau tagelang mit Ihrem defekten Telefonanschluss alleine lasst. Störungsstelle? Nicht zu erreichen! Erst verspricht einem eine Tonbandschranze, der nächste Mitarbeiter sei schon für mich reserviert, um dann nach einer gefühlten Ewigkeit mitzuteilen, dass niemand bei Euch gewillt ist, meinen Anruf entgegen zu nehmen. Und das Prozedere habe ich jetzt an drei Tagen mehrmals über mich ergehen lassen. Ich bin halt leidensfähig.
Schon in der letzten Woche war besagter Anschluss defekt, ich hatte sogar erfolgreich Kontakt zur Störungsstelle. Ein mit “ich weiß nicht was” gedopter Mitarbeiter meldete sich mit Namen und der Frage “Wie kann ich Sie begeistern?”. Ich teilte dem Herren darauf hin mit, dass das wohl nicht klappen wird, dass aber ein funktionierender Anschluss mir zumindest ein Lächeln entlockte. Tags darauf funktionierte der Anschluss, allerdings nur bis Donnerstag – so wie mein Lächeln.
Änderte es etwas, ich empfähle meiner Schwiegermutter den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Das ist zwar preiswerter, aber da Euch verprivatisierten Servicemuffeln die Leitungen gehören (die das deutsche Volk bezahlt hat!), wird der Service dann noch schlechter. Schließlich ist die Reparatur der Telefonleitungen für die Mitbewerber sicherlich nicht Eure oberste Priorität, gell?
So bleibt halt nur, einen Mobilfunkvertrag für meine Schwiegermutter abzuschließen, damit sie sich im Notfall bemerkbar machen kann. Die Kosten stelle ich Euch in Rechnung.
Tags: Servicewüste, Telekom
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