Posts Tagged ‘Sprache’

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Sail away …

Dienstag, Dezember 29th, 2009

Beim Sale gibt’s jetzt Prozente!

In der Galeria Kaufhof nämlich. So tönt es allerorten aus den Radiogeräten. Mit ganz viel Glück haben die Kollegen aus der Werbeagentur des Kaufhofs (türkisch-englisch?) ca. 20% ihres Zielpublikums damit erreicht. Nun kann es natürlich sein, dass die restlichen 80% der angestrebten Zielgruppe zielstrebig in die Galeria Kaufhof rennen, um satte Prozente auf Segelzubehör geschenkt zu bekommen. Oder, man geht eher woanders hin, weil man kein Segelboot hat, sowieso im Binnenland wohnt, und es bei anderen satte Rabatte auf Damen- und Herren-Unterbekleidung gibt, wer weiß. Vielleicht sollte Grönemeyer für den Kaufhof sein Alkohollied umdichten: “Werbung ist das Schiff, auf dem ihr untergeht …”

Update 30. 12. 09

Gerade noch einmal richtig hingehört:

Beim Sale gibt’s jetzt Prozente geschenkt!

Ist ja eigentlich noch schöner. Na ja, geschenkt! Dann füge ich halt bei den Tags noch “Pleonasmus” hinzu.

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Platz da!

Mittwoch, Dezember 23rd, 2009

“Um Platz für den Umbau zu schaffen, brauchen wir Platz.”

Aus einer Anzeige im “Tip aktuell” KW 52

Aaaaaha!

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Die Last mit der HNA

Dienstag, Dezember 1st, 2009

Wann, bitte, erklärt denn mal jemand den Journalisten bei der HNA, was eine Last ist?

Der Band The white Trousers fehlte der Sänger. So imprivisierten Mirco Lange, Jörn Brauns und Tobias Schrimpf, denen Gloger bei der klavierlastigen Jazz- und Popmusik aushalf.

Zum wiederholten Male wird der Band “The White Trousers” vorgeworfen, klavierlastige Musik zu spielen. Wenn das eine Kritik sein soll, dann formuliert das bitte auch als solche, und packt das nicht so nebenbei in einen Beitrag. Meine Vermutung ist aber eine andere, dass nämlich  der Schreiber der Zeilen nicht weiß, was eine Last ist. Man könnte ihn ja mal ein Klavier tragen lassen, dann wird er eine Ahnung bekommen. Da ich aber ein netter Mensch bin, und niemanden dumm sterben lassen möchte: “klavierbetonte Popmusik”, von mir aus auch “klavierige Popmusik”, das wäre wenigstens originell, sogar “Klavier dominierte Popmusik” ließe ich gelten, obwohl auch da ein Hauch von Kritik mitschwingt. Ihr könnt natürlich auch ein wenig “imprivisieren”. Wobei ich gerne glaube, dass es sich nur um einen Tippfehler handelt, da “i” und “o” doch nachbarschaftlich auf der Tastatur kuscheln.

Auch wieder einmal ganz toll gelungen: Unter der Überschrift “Winterzauber in der Stadt” folgt dann dieser Text:

Nach einem heftigen Regenschauer mit starken Windböen hat Uslars Ortsbürgermeister Arno Riedke gestern Mittag spontan reagiert und die offizielle Eröffnung des Uslarer Weihnachtsmarktes auf den Abend verlegt.

Ich fühle mich quasi so winterlich verzaubert, dass ich es kaum noch ohne Regenschauer mit Glühwein und Currywurst aushalte.

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Neudeutsch

Dienstag, November 10th, 2009

Zudem haben am zweiten Weihnachtstag die Geschäfte der Innenstadt geöffnet und laden zum nachweihnachtlichen Einkauf ein, auf neudeutsch: After Christmas Shopping.

Ich schmeiß mich weg …

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Killerspiele

Samstag, November 7th, 2009

Killer killert Ehefrau. Totgelacht.

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Angeregt

Dienstag, Oktober 20th, 2009

Angeregt durch das Vorhaben der Tigerentenkoalition ging ich heute schnurstracks zu meiner Bank, und beantragte einen Schattenkredit. Also einen, der nicht in der Bilanz und schon gar nicht in der Schufa und schon überhaupt nicht auf irgendwelchen Auszügen erscheint. Damit ich mit diesem Kredit einen Schattenhaushalt führen kann, einen luxuriösen. Meine Ur-Ur-Ur-Enkel würden den Kredit dann zurück zahlen, vielleicht. Man schaute mich erst mit großen Augen an, um mir darauf hin mitzuteilen, ich solle mich doch vorsorglich in ärztliche Behandlung begeben. “OK,” sagte ich, “ich werde es Herrn Westerwelle und Frau Merkel ausrichten!”. Ging, und kaufte mir eine leistungsstarke Taschenlampe.

Ab morgen gehe ich meiner Frau beim Staubsaugen mit eingeschalteter Leuchte hinterher, damit sie ordentlich Schatten wirft, und wir trotzdem einen Schattenhaushalt haben.

Im Vorbeifahren meiner Bank die Zunge rausgestreckt.

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Kurze Sätze

Montag, Oktober 19th, 2009

Kurze Sätze sind “in”. Zumindest bei vielen Journalisten, die die Sprachschulen des Wolf Schneider durchlaufen haben. Dass es auch anders geht, ja gehen sollte, vertritt Klaus Jarchow in diesem Posting im Stilstand.

Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts hat einer gezeigt wie es geht, mit den langen Sätzen:

Ein Satz

Wenn Sie in einer Gesellschaft unter lauter offenen, netten und freundlichen Menschen, die ungezwungen plaudern, klar blicken und so gar keine Würde um sich verbreiten, Einen sehen, der mit herausgestreckter Brust jedes seiner Worte posaunt, unter einer niedrigen Stirn zwei kleine kalte Augen, ohne daß Sklaven vorhanden wären, herrisch blitzen läßt, weil ihm nichts daran gelegen ist, etwas zu gelten, aber Alles daran, mehr zu gelten als die Andern, Einen, der im Knopfloch ein Bändchen trägt und auf der Backe vielleicht eine schlecht verheilte Narbe, der sich sein Monokel einklemmt, wenn er etwas lesen will, das er doch nicht verstehen wird, Einen, der feige und gewalttätig zugleich aussieht, und dessen ganzes Gehaben an einen mühsam gezähmten Schlächterburschen gemahnt, der auf dem Tanzboden gleich einen Krawall anfangen wird, Einen, der entschlossen ist, für die dümmste Sache mit dem ganzen Einsatz seiner Persönlichkeit voll und ganz einzutreten, und der so viel Prestige hat, daß ihm für die Humanitas nichts übrig bleibt, der sich, selbst ein leerer Sack, hinter seinen Titel, seine Dekoration und seine gesellschaftliche Stellung verkriecht, die er auch im Sitzen straff betont, Einen, dem nur wohl ist, wenn er unter Kerls, die nicht schreiben und lesen können, aber von ihm zu fressen bekommen, mit der Reitgerte imponieren darf, und der sich hütet, in andre Gesellschaftsklassen zu gehen, weil man ihn da lächelnd abtäte, Einen, der mit gut gepflegten, ein wenig zu dicken Fingern auch von jüdischen Bankiers gern nimmt, wenn es etwas zu verdienen gibt, und der den Kellner der Weinabteilung zur Abspiegelung seiner Macht braucht, den gekrümmten Trinkgeldrücken vor dem Thron seiner Eitelkeit, Einen, der sich hinter dem Staat verbirgt, wenn er etwas ausgefressen hat oder Pension bezahlt haben möchte – wenn Sie so Einen sehen, dann können Sie darauf schwören: dieser Mann ist ein Nationalist.

Ignaz Wrobel*

*alias Kurt Tucholsky, erschienen in “Die Weltbühne”, 1925

In diesem Jahr wurde Wolf Schneider geboren, er bekam den Text also (noch) nicht mit.

Wenn man ihn sich aufmerksam durchliest, diesen Satz, ist er erschreckend aktuell. Zumindest in einigen Gegenden Deutschlands. Dass nicht nur dieser Text von Tucholsky das wiederspiegelt, versuche ich in loser Reihenfolge hier anhand von Beispielen darzulegen.

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Durch diese hohle Phrase muss er kommen

Freitag, September 25th, 2009

“Das Highlight des Einbecker Eventkalenders ist mal wieder im Kommen!” Na dann, volle Deckung, auf dass man nicht überrollt wird, von dem Spektakel. Schließlich ist dort richtig was los, sogar Schlagerzwerg G. G. Andersen ist da. Und hoffentlich nicht am Kommen, gell. Trotz der etwas hohlen Ankündigung ist das Einbecker Eulenfest ein Publikumsmagnet in der Region. Und wer ganz dringend einen Alfa Romeo MiTo gewinnen möchte, der muss sich dort ein Los kaufen. Dann klappt’s vielleicht, auch mit dem Highlight.

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Ein Textaltiger …

Montag, September 21st, 2009

… ist für mich jemand, der einen Text vergewaltigt. Und zwar möglichst so, dass etwas eher Komisches dabei heraus kommt. Was bei Vergewaltigungen eigentlich eher selten der Fall ist.

Für ein neues ZeitReise-Projekt (welches, wird nicht verraten, denn ich hoffe, dass die angesprochenen Texte so nicht in den Druck gehen) darf ich ein paar Seiten layouten. Geliefert werden Bildvorschläge und Texte. Die Texte sind in der Regel redigiert, wenn ich sie bekomme; was ich mir in dem Fall nicht vorstellen kann. Beispiel gefällig? “… Durch die Getreideknappheit stieg der Brotpreis ins Bodenlose. …” oder “… ein rauschendes Fest für alle. Grund: Er wurde vom Kaiser geadelt wegen seiner Bemühungen für die Versorgung der Bevölkerung … mit Getreide in den Krisenjahren.” oder auch “… 2008 zeigte sich das Gotteshaus innen verhüllt. Doch war nicht Christo am Werk, sondern Bauarbeiter. Grund: Die Feuchtigkeit wurde aus dem Mauerwerk gezogen. Spezialputz kam zum Einsatz. …”

Hier kann eigentlich nur ein Redaktionspraktikant am Werk gewesen sein. Grund: Die Texte sind eine Lachnummer! Deshalb: habe ich mal vorsorglich reklamiert. Ergebnis: noch offen. Derweil:  fallen die Schweinepreise in Schwindel erregende Höhen.

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Aufbruch

Dienstag, September 1st, 2009

“… von hier hat Gerhard Schröder den Aufbruch gemacht …”

Frank-Walter Steinmeier in Hannover während einer Parteiversammlung der SPD.

Ach! Gerhard Schröder ist Jäger?

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