Donnerstag, Juli 1st, 2010
Als ich das erste Mal das Wort Vuvuzela (gesprochen „Wuwuseela“) hörte, vermutete ich unsinniger Weise, unser norddeutsches Fußballidol Uwe Seeler wolle sich mit 130 Dezibel bei der WM in Südafrika in die Köpfe der Zuschauer und -hörer hämmern.Dem war natürlich nicht so. Uns Uwe lässt sich lediglich von EDEKA fürs Einkaufen bezahlen: „Bei den richtigen Vorlagen, mach’ ich ihn auch rein!“.
Stattdessen wurde der FIFA und den Ländern der Welt erzählt, dieses unsäglich gleichtönig lärmende Plastikhörnchen hätte mit der Kultur des Kontinents Afrika zu tun, die Afrikaner würden so nun mal ihre Fußballfeste feiern, und wir hätten den Lärm nun klaglos zu ertragen. FIFA-Präsident Joseph Blatter im Vorjahr: „Es ist afrikanische Kultur, wir sind in Afrika und müssen den Afrikanern soviel Kulturausübung erlauben, wie sie nur wollen.“
Nun haben sich einige Ethnologen des Themas angenommen, und Überraschendes herausgefunden: voll veräppelt! Erst seit ca. neun Jahren gäbe es das Trommelfellärgernis, und würde seit dem auch nur in Südafrika eine Rolle spielen, andere afrikanische Länder kannten die Nervtröte gar nicht. Auch die Verwandschaft mit traditionellen Musikinstrumenten wird von Ethnologen bestritten. Und nun pinkeln sich die Hersteller der Plastikhörner vor Freude in die Turnschuhe, denn der Umsatz muss gewaltig sein. Zudem haben sie es geschafft, fast die ganze Welt an der Nase herumzuführen, und vielen Zuschauern, Spielern, Schiedsrichtern und Journalisten einen gewaltigen Tinnitus zu bescheren. Werder Bremen war übrigens so mutig, die Dinger aus dem Stadion zu verbannen. Wer da laut tröten will, muss nun vorher Bohnen mit Zwiebeln essen. Und überhaupt: Ohne die Vuvuzela hört man wieder unsere traditionellen Fangesänge: „Zieht den Bayern die Lederhose aus“ oder auch „Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht“ und so wundervolle Stadionprosa wie „Das war Abseits, du Blindfisch“ oder „Geh’ doch nach Hause, du alte Scheiße“, immer in Verbindung mit dem nötigen, alkoholbedingten Nuscheln. Denn man kann ohne weiteres behaupten, dass das Biertrinken bei uns in Deutschlands Stadien zu uralter Tradition gehört, genau so, wie das Bratwurstessen. Letzteres bleibt übrigens akustisch meist folgenlos. Sieht man von Würgegeräuschen auf den Stadiontoiletten einmal ab.
Apropos Würgegeräusche: Kaum vermeldet der Schäuble, dass er nun doch „nur“ 60 bis 63 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen muss, statt der geplanten 80 Milliarden, schon entblöden sich einige Politiker, und wollen wieder Steuern senken. Da wünscht man sich doch glatt die Wiedergeburt des Franz Josef Strauß als Bundesfinanzminister. Der konnte wenigstens einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren: „Ich übergebe eine geordnete Kasse und völlig geordnete Bücher mit konsolidierten Verhältnissen.“ (Strauß 1969) Sogar Helmut Schmidt ließ sich 1966 „lobend“ über Strauß aus: „Strauß war die Kröte, die wir schlucken mussten.“ Und Kurt Georg Kiesinger glaubte 1966 in ihm die „Qualitäten eines Herkules“ zu erkennen. Wo sind solche Politiker heute?
Auch lustig: Der Pro-Israel Politiker Dirk Niebel musste sich vom israelischen „Türsteher“ und Leiter des Außenministeriums Liebermann sagen lassen: „Du kommst hier nüsch rein!“, als er im Gaza-Streifen eine Kläranlage besuchen wollte, die unter anderem auch mit Entwicklungshilfegeldern aus Deutschland gebaut wurde. Die ist allerdings nicht in Betrieb, da sie durch einige israelische Bomben beschädigt wurde. So werden denn die Fäkalien munter ins Meer geleitet. Man sollte den Küstenlandstrich in „Côte brun“ umbenennen. Die zur Reparatur dringend benötigten Materialien, wie Zement und Stahl dürfen nicht ins Land gelassen werden, da man damit schließlich auch andere Dinge anstellen kann. Da ist es doch gut zu wissen, dass nur ein paar Kilometer südlich Israel eine Meerwasserentsalzungsanlage betreibt. Und wenn die Meeresstömung etwas ungünstig …
Aber lassen wir das.
Tags: Dirk Niebel, Israel, Satire, Vuvuzela
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Mittwoch, Mai 26th, 2010
… sind alle da draußen. Was aber nur meine unmaßgebliche Meinung ist. Wie ich darauf komme? Ich kann mich nicht wehren, gegen den Mist, der täglich in den Medien als Topnachricht verbreitet wird.Ballack (das ist so ein Fußballspieler) kann bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht Spielerchen machen. Weil, er hat Knöchel. Das ist den Öffentlich-Rechtlichen doch glatt eine Sondersendung zu den Nachrichten um 20 Uhr wert. Zusätzlich bringt eine große deutsche Zeitung auf der ersten Seite ein Bild von Ballacks Knöchel, und bei „Wetten, dass“ auf Malle darf er dann auch noch seinen verbalen Sondermüll verklappen. Wir bekommen von den durchgeknallten Programm- und Zeitungsmachern schon gesagt, was wichtig und was nichtig ist.
In Europa geht’s um die Wurst den Euro und den Zerfall der Eurozone, und es scheint nichts Wichtigeres als den kleinen König Kalle Ballack zu geben. Der muss sich doch vorkommen, wie ein Halbgott, so wie er von den Medien hofiert wird. Der arme Junge wird doch bekloppt, wenn der irgendwann aus den Medien und der Aufmerksamkeit der Fußballfanatiker verschwindet. Dieser ganze Bohei um den Knöchel von Ballack geht mir jedenfalls tierisch auf – tja, worauf, schreibe ich jetzt nicht. Irgendwie erinnert das ein wenig an das alte Rom und an „Brot und Spiele“. Bloß nicht an was Wichtiges denken, immer schön ablenken, dann bekommt die Spekulation um Mehrwertsteuererhöhung auf 25% auch keiner mehr so richtig mit. Sogar die Liberallallas können sich jetzt gar nicht mehr erinnern, dass sie ja eigentlich keine Steuererhöhungen wollten, sondern das Gegenteil. Nun wurden sie aber von Mutti Murkel alle wieder eingenordet.
Da trifft es sich auch gut, dass eine Bankiersgattin (ist das eigentlich ein Titel?) medienwirksam entführt wurde. Da kann man über das Volk wieder einen ordentlichen Eimer Betroffenheitspolemik ausschütten, dann sind sie beschäftigt.
Apropos beschäftigt. Haben Sie auch schon angerufen? Na, im Radio. Wetter ist zu kalt. Rufen Sie an und sagen Sie uns Ihre Meinung. Nur 14 Cent aus dem deutschen Festnetz. Ballack kann nicht zur WM. Was sagen Sie dazu? (ach, sorry hatten wir ja schon) Schlussmachen mit seinem Partner per SMS. Was ist Eure Meinung? Ruft an! Wohin machen Sie Ihren Pfingsausflug, rufen Sie an … Aaaaahhhhhhhhh!!!!
Ich hasse Mitmachradio. Ich will Musik und Nachrichten – richtige Nachrichten und richtige Musik. Nicht das beste von heute und die Hits aus den 80ern, ich will die von den Sendern propagierte Abwechslung, die bei denen daraus besteht, dass den ganzen Tag der gleiche Mist läuft. Inklusive Dauerberieselung von Queen und Michael Jackson. „Einfach mehr Abwechslung“ heißt nicht, ein Repertoire von höchstens 100 Liedern hoch und runter gedudelt. Hey, ich zahle dafür. Und was bekomme ich, kaum dass ich die Kiste mal andrehe? „Ich habe einen Schatz gefunden …“ sülzt es aus den Lautsprechern, da flockt einem ja sogar die Kondensmilch im Kaffee aus. Und weil ich gerade so schön dabei bin: Ich möchte von Euch marschierpulverbedröhnten Moderatorenzombies (nur mein subjektiver Eindruck) nicht geduzt werden. Und Eure aufgesetzte Fröhlichkeit, die einem 8°C im Wonnemonat Mai noch als Flip-Flop-Wetter verkaufen möchte, damit könnt Ihr Eure Kindergartenkinder quälen, aber nicht mich. Wer braucht im Radio überhaupt einen Moderator? Nachrichtensprecher und Musikaufleger reichen doch völlig. Da können die Gebühren auch wieder fallen. Ich brauche auch keine Talkshow im Radio, schon gar nicht mit der ewig aufgesetzt lachenden Tiedchen, oder einer Bärbel „ich bin ja so betroffen“ Schäfer. Die soll lieber zusehen, dass sie bei den Schäferstündchen ihres Mannes auch anwesend ist, und mich nicht auch noch im Radio nerven.
Man bekommt den Eindruck, dass das Volk durch die Medien konsequent verblödet werden soll.
Jede Silikoneinlage in Brüsten irgendwelcher Pseudoprominenten ist wichtiger als das aktuelle Geschehen in Deutschland und Europa. Jeder angebliche Superstar fesselt die Aufmerksamkeit der Medienkonsumenten länger, als die Talfahrt des Euros. Und damit denn alle restlos verdummt werden, schalten Geldinstitute Anzeigen mit der Überschrift „Profitieren Sie jetzt von der starken Wirtschaft“. Und im Himmel ist ganz großer Jahrmarkt, die Buden stehen alle in Niedersachsen.
Das musste einfach mal raus!
Tags: Journalismus, Merkel, Politiker, Radiomoderatoren, Satire, Topnachrichten, Verdummung
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Montag, März 29th, 2010
Es erfordert schon immenses Vorstellungsvermögen, unseren Staatshaushalt zu begreifen. Das liegt unter anderem daran, dass da so viele Nullen mit im Spiel sind. Und das kann man so oder so sehen – und hat immer Recht.Um diese ganze Misere begreiflich zu machen, greife ich zu einer List: ich streiche einfach die Nullen weg (wenn das so einfach wäre …). Dann kommen dabei Zahlen heraus, die sogar der „normale Ottoverbraucher“ versteht.
Also: Die diesjährigen Ausgaben der BRD betragen 327 Euro (wir erinnern uns: nix Nullen). Und weil ja in der Geschichte der BRD noch kein Politiker je mit Geld umgehen konnte, summiert sich seit 1949 die Staatsverschuldung auf 1.700,- Euro. Aber, wir sind ja der Wirtschaftsgigant in der EU. Uns geht es ja so gut!!! Wir haben nämlich auch Einnahmen. Zum Beispiel aus Steuern. Die betragen voraussichtlich 214,- Euro. Und noch ein paar Kröten, die unter der Rubrik „Sonstiges“ hereinkommen (nein, nicht die Parteispenden, die bleiben allein den Parteien) in Höhe von ca. 27,- Euro. Das macht zusammen – uuups – ja nur 241,- Euro. Wir brauchen doch aber 327,- Euro. Also benötigen wir einen Kredit von 86,- Euro. Und im Gegensatz zu oben erwähntem „normalen Ottoverbraucher“ bekommt unser rollender Finanzvernichter natürlich den Kredit, obwohl er ja schon 1.700,- Euro Schulden hat und nur 241,- Euro hereinkommen. Von denen die Zinsen für den dann auf 1.786,- Euro gestiegenen Schuldenberg aufgebracht werden müssen. Tilgung? Gar nicht dran zu denken.
Allein die Trösterin der Witwen und Waisen, die ehemalige Zensursula und jetzige Ministerin für Arbeit und Soziales bekommt aus dem Haushalt 147,- Euro (ihr Vorgänger kam mit 124,- Euro aus), und die geburtenstarken Jahrgänge kommen erst. Die Zinsen für die Kredite fressen allein 41,- Euro auf, sodass die beiden Ministerien alleine schon 188,- Euro benötigen. Und die anderen 14 Ministerien wollen auch was haben. Schließlich spielen wir ja auch Krieg, und Wohltäter natürlich auch. Die armen Banken, die sich in die Bredouille geritten haben, müssen schließlich großzügig unterstützt werden. Wäre ja nicht auszudenken, wenn deren Manager mit ein paar Millionen im Jahr weniger auskommen müssten (allein der Herr Ackermann, seines Zeichens Chef der Deutschen Bank, bekommt geschätzte 0,01 Euro Jahresgehalt; die sieben fehlenden Nullen müssen Sie sich dann wieder dazu denken, das Komma weglassen und die eins vorne dran stellen; na gut, ich will mal nicht so sein: 10.000.000,-).
Nun müssen die anderen aber zusammen mit 53,- Euro auskommen. Damit sind die natürlich nicht zufrieden, und möchten auch gerne mehr Geld haben. Leider wachsen die Einnahmen nicht so schnell, wie die Ausgaben. Und da haben unsere Politiker eine tolle Idee: Steuersenkungen! Leuchtet Ihnen das auch so ein wie mir? Es soll quasi so funktionieren, dass durch die Senkung der Steuern die Wirtschaft angekurbelt wird, da ja alle mehr Geld haben und somit auch mehr kaufen können, und dadurch haben wir dann das ersehnte Wachstum. Hat in der Vergangenheit noch nie funktioniert, wird es auch in Zukunft nicht. Die Aussichten sind also mehr als übel. Und wenn Onkel Wolfi fürderhin auch noch sieben Prozent Zinsen (wie zum Beispiel Griechenland) statt drei Prozent auf die 1.786,- Euro Schulden zahlen müsste, dann kann er sich gleich auf den Weg in die Insolvenz machen.
Zur Not könnten wir aber auch ein paar Inseln verkaufen, so wie man es den Griechen vorgeschlagen hat. Sylt ist bald sowieso nicht mehr da, da können wir vorher auch noch einen schnellen Euro machen. Und Helgoland? Wer braucht schon Helgoland? Auf der Fähre wird eh allen immer schlecht.
Am Besten ruft der Schäuble mal den Peter Zwegat von RTL an. Den Schuldnerberater der Nation. Dann macht RTL eine Doku-Soap draus („Schäuble 5, und der Zwegat macht sich auf die Strümpf“ oder so ähnlich), und vermarktet die europaweit zu horrenden Summen, die dann wieder in die Staatskasse zu fließen haben. So könnten wir es schaffen, aus der Schuldenfalle herauszukommen. Wobei auch das Auge etwas davon hätte, denn bei Schäuble zu Hause und im Ministerium sieht es bestimmt nicht so heruntergekommen aus, wie bei Zwegats Stammkunden. Zudem hätten unsere europäischen Nachbarn mal ordentlich was zu lachen, und das ist schließlich gesund. So tun wir auch noch etwas für deren Gesundheitskassen. In der BRD sieht’s da ja eher schlecht aus. Kopfpauschale, ick hör dir trapsen. Aber das sind ja keine Steuern, das sind Abgaben. Und Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix.
Tags: Neuverschuldung, Politiker, Sarkasmus, Satire, Schäuble, Steuern, Zwegat
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Montag, Januar 25th, 2010
Das Jahr fängt ja gut an: Erdbeben in Haiti mit tausenden von Toten, derweil führt das Handwerk in Deutschland eine Image-Kampagne für sich durch, in der ein Fernsehspot zeigt, wie eine ganze Stadt zusammenfällt. Doll gelaufen Kumpels, da wird einem schon ganz blümerant beim Zuschauen. Zehn Millionen Euro Werbeetat versenkt, die ihr besser bei mir hättet anlegen sollen.Na, aber in der Politik, da geht doch was, oder? Genau, die Steuererleichterungen kommen, nur weiß man noch nicht so genau wann, außer, dass sie in diesem Jahr nicht mehr kommen. Nach dem Krisengipfel neulich stürmten alle Politiker kommentarlos unlächelnd aus dem Kanzleramt, was sicherlich für eine harmonische Einigung spricht.
Zudem wird es wohl Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung geben. Da bin aber sowas von steuererleichtert (oder heißt es „um Steuern erleichtert“?).
Und was macht die FDP? Die wird doch sicherlich für uns Bürger sorgen! Nun ja, erst mal macht sie Schlagzeilen. Damit, dass sie nicht für die Bürger, aber für sich selbst gesorgt hat, indem sie Millionenspenden von einem Hotelmulti entgegennahm. Wer jetzt vermutet, es bestünde irgendein gearteter Zusammenhang mit der Senkung der Mehrwertsteuer für das Übernachtungsgewerbe, der ist aber böse, böse, böse! Absurd wäre das, meint Westerwelle. Nun ja, was machen Schweine am Trog? Sie fressen! Also kann man denen auch nicht böse sein, das ist einfach ein Reflex. Ein politikenttäuschter Mensch entwarf sogar einen neuen Werbeslogan für die Möwnenpick-Partei: FDP – There’s no better way to lie. (Quelle: www.twitter.com/zynaesthesie)
Aber unsere Kanzlerin, die sorgt doch für ihre Schäfchen, oder? Nur leider ist sie in letzter Zeit nicht in Erscheinung getreten; einige Zeitgenossen fragen sich, ob sie noch unter den Lebenden weilt, oder beim „für Schäfchen sorgen“ eingenickt ist.
Aber bei den Linken, da lafontainet es doch immer so herrlich bürgerfreundlich, da muss doch was gehen. Da wird auch was gehen, im Mai, wenn es nach den Herren Gysi und Lafontaine geht, nämlich der Parteivorsitzende Bartsch, der es gewagt hat, dem armen, kranken Lafontaine lauwarm ans Bein zu pieseln. Die sind also mehr mit sich selbst, als mit Politik für uns arme (im Sinne von mittellos) Bürger beschäftigt.
Aber einer, der geht voran, und holt den eisernen Besen raus, mit dem er jeden Hartz-IV-Empfänger in eine Beschäftigung gleich welcher Art kehren will, Roland Koch, der hessische Ministerpräsident: „Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertiger Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung“ (Quelle: Spiegel Online). Also, liebe Hartz-IVer, raus aus der Hängematte, jetzt werden die öffentlichen Klos geputzt! Aber mit der Zahnbürste, der eigenen, versteht sich, damit das auch ein wenig dauert. Was? Sie haben Kunstgeschichte studiert und können gar nicht putzen? Egal, dann malen Sie! Und zwar die Hörsäle in der Universität an! Mit Borstenpinsel, Größe 6, gell! Und, liebe Hartz-IVer, von so einer kleinen Bombenattrappe läßt sich ein Koch nicht abschrecken, da müsst Ihr schon aufrüsten. Vielleicht mit einer Bonbonattrappe?
Aber irgend einen Lichtblick für das neue Jahr muss es doch geben!
Was ist mit der Kirche? Die evangelische Landesbischhöfin und EKD-Vorsitzende Margot Käßmann wendet sich in Ihrer Neujahrspredigt wenigstens gegen den Krieg in Afghanistan – und bekommt dafür vom Ministerpräsidenten Wulff gleich einen auf die Omme. Nicht wörtlich, natürlich.
Lieber Herr Wulff, da sagt die einmal was Vernünftiges, und dann ist es auch wieder nicht Recht.
Und was ist mit der Krise? Die bleibt. Wenigstens noch eine Weile.
Und Schäuble forderte in einer Blut- und Tränenrede Einsparungen in Milliardenhöhe. Also nix mit Steuersenkungen.
Na gut, aber wenigstens das Wetter soll toll werden in 2010. Wobei es momentan eher so aussieht, dass sich unsere Heizkosten verdoppeln werden in diesem Jahr, will man sich daheim nicht den Pöter abfrieren. So viel dann zur Klimaerwärmung. Da passen ja auch die Eisberge, die man mittlerweile vor Rügen gesichtet haben soll. Titanic, ick hör dir schippern. Wer also an Inkarnation glaubt, der sollte sich vielleicht so was wie Eisbär oder Pinguin vorstellen. Oder Westerwelle, immer schön warm und finanziell kuschelig.
Tags: Die Linke, FDP, Kanzlerin, Merkel, Satire, Schäuble, Westerwelle
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Donnerstag, Januar 21st, 2010
Es gibt ernst zu nehmende Untersuchungen, die belegen, dass nicht immer der bestqualifizierte Mitarbeiter in den Genuss einer Beförderung kommt. Wie es in den Firmen wirklich zugeht, verdeutlicht nachfolgender kleiner Film. (gefunden bei www.hodenkobold.de)
Tags: Beförderungen, Kompetenz, Satire
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Mittwoch, Dezember 23rd, 2009
“Um Platz für den Umbau zu schaffen, brauchen wir Platz.”
Aaaaaha!
Tags: Deutsch, Satire, Sprache, Texter, Werbung
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Mittwoch, November 25th, 2009
Weihnachten ist das Fest der Liebe, sagt meine Frau. Und noch so ein paar Kirchenhanseln, aber darüber will ich gar nicht reden, denn ich bin Atheist. Gott sei dank!Nun freute ich mich eigentlich auf das übliche Weihnachten, also essen, trinken, schlafen. Eventuell ein wenig übergeben, denn auch wenn so eine Gans Flügel hat, so liegt sie doch eher – und das schwer im Magen. Da hilft auch kein Doppel-, Dreifach- oder Viefachkorn. Was raus will, will raus.
Fällt aber flach dies Jahr; sagt meine Frau. Alles viel zu fett, zu viel Alkohol und überhaupt. Ich solle doch auf meine Gesundheit achten, weniger essen, weniger trinken und mehr bewegen! Zum Bewegen hatte sie denn auch gleich die Idee mit dem “Fest der Liebe”. Ich kann mir richtig vorstellen, was da so abging in ihrem rot bewaldeten Köpfchen: Salatplatte, Feuer im Kamin und dann “ab geht die Luzie”. Das passende Outfit hatte sie auch schon im Sinn: “nackich” mit Weihnachtsmütze. Also ich – zumindest zuerst. Zum Appetit holen, meinte sie. Was meine Zimmerlinde an so einem behaarten Schmerbauch Appetit macht, erschließt sich mir nicht wirklich. Vielleicht sieht sie den einfach als Balkon über’m Spielzeugladen? Ich weiß es nicht. Mittlerweile habe ich einen Bauchnabel, da könnte Knut drin wohnen.

Nun ja, weg von meinen körperlichen Vorzügen, hin zum bescheuerten Plan meiner Frau, Weihnachten fünde kulinarisch nicht statt: Zaun, Latten, nicht alle da? Ich verzichte doch nicht nach schwerer Maloche übers Jahr auf die mir zustehende Völlerei – Todsünde hin oder her. Weihnachten heißt bei mir: aufstehen, üppig frühstücken und nebenbei die Eierproduktion einer mittleren Hühnerfarm vernichten, mittagessen mit Suppe, Gans, Rotkohl, Kartoffelknödel und Tiramisù zum Nachtisch, mindestens eine Flasche Rotwein und drei Aquavit, und dann ab auf’s Sofa und den Balg bis abends ruhen lassen, damit das Fondue auch reinpasst. Weihnachten heißt nicht: aufstehen, Pfefferminztee mit Zwieback, Salatteller zum Mittag, raus an die frische Luft (igitt), kalorienreduzierter Käseteller und dann hoppenstangenhoch mit bescheuerter Weihnachtsmütze auf.
So sagte ich meiner Angeflanschtrauten natürlich nicht. Man(n) will sich ja nicht gleich unbeliebt machen. Also, besorgte ich schon mal obiges Outfit um sie in Sicherheit zu wiegen. Morgen gehe ich dann los, und hole den Rest zum Fest: Gänsebrüste, Entenstopfleber, Wildpastete, Rinder-, Kalbs- und Schweinefilet, Fonduesaucen und Mascarpone, Butterstollen, Baumkuchen, riesige Hühnereier, Rotwein, Aquavit, Grappe und Ouzo. Als Grundausstattung.
“Salat? Hab ich vergessen, Schatz!” werde ich meiner Göttergattin munter zurufen, barfuß, ohne Höschen, nur mit Weihnachtsmütze und roten Wangen bekleidet. Und meiner Leber hab ich gesagt: “Dies eine Jahr noch, und dann ist Schluss!” Die hat sowieso Alzheimer!
Tags: Satire, Schlemmen, Weihnachten
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Mittwoch, November 25th, 2009
Der letzte Teil meiner Trilogie vom Blut:

Tags: Bilder, Blutbilder, Kunst, Satire
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Donnerstag, November 12th, 2009
Die Regenbogenpresse in Uslar, die hier aber nur gelb ist, sucht auf 400,- €-Basis jemanden, der keine Scheu vor dem PC oder Mac hat, mit Kunden umgehen kann, und sich mit dem Programm QuarkXpress auskennt. Man bittet um Bewerbung mit Angabe des gewünschten Stundenlohns. Hmm; ich überlege, ob ich mich nicht bewerben soll. Die fünf Stunden im Monat sitze ich doch auf einer Backe ab.
Und ich darf dann so schöne Anzeigen gestalten, wie diese hier, zum Beispiel:

Ob ich das hinbekomme?
Tags: Ironie, Satire
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Freitag, November 6th, 2009
Es ist ein Brauch von alters her, wer Sorgen hat, hat auch Gewehr!
Tags: Amoklauf, Befindlichkeiten, Satire
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