Mittwoch, September 30th, 2009
Da drüben habe ich wieder mal was angerichtet. Da gibt’s voll auf die Kartoffel.

Tags: Olivenöl, Pekeressen, Pekermarkt, Uslar
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Mittwoch, August 19th, 2009
Anspringen tun sie mich -schon bein Öffnen des Thermodeckels – die Aromas und die Geschmacksverstärker inne Gemüsesuppe mit Frühlingskräutern drinne.Wer kommt auch schon aufe Idee, mitten innen Herbst drin, Frühlingskräuter sammeln zu wollen? Die vonner Uni-Klinik in Göttingen natürlich. Viel hamse aber nich gefunden, da warn nur ein paar Schnippsel Petersilie drin, die man als frisch bezeichnen könnte. Und weil ich ja so marode bin, gabs auch noch einen Fitnesssalat! Mit Balsamicodressing, was ein besseres Zuckerwasser war. Der Fitnesssalat, na, reden wa nich drüber. Ich kann von Glück sagen, dass ich vorgesorcht habe und von mein Olivenölkontor ein Fläschchen von mein Lieblingsöl inner Unterwäsche versteckt hatte (die Mettwurst war inner Jogginghose, davon aber später ). Wie Se sicher schon gemerkt haben, binnich innen Krankenhaus. Weil ich nich laufen kann mitte Füße. Und weil mein Männe den Müll nich dauernd runterbringen will, hatter gesacht, ich soll das ma untersuchen lassen. Schwupps, hatten se mich inner Klinik, weil meine Hausärztin und der Rheumafuzzi nix gefunden ham. Ganz früh solltich kommen, weil da grad eine Untersuchung angesetzt war, son Magnetdingens. Da war ich natürlich überpünktich aufe Station. Hat nur nix genützt. Die wussten von nix. Da stand ich nun wie ein Heimkind mit wehe Füße. Schließlich konnte sich doch noch jemand entsinnen, dasser Wochen vorher angerufen hat, und mir einen Termin für heute machte, den er dann aber nich eingetragen hatte. Desdawegen gabs auch kein Bett für mich auffer Station. Musste ich auf ne andere. In ein Zweibettzimmer, wovon eines schon belegt war: mit eine gefühlt 40 Jahre ältere Dame. Die hatte woll was mitter Lunge, die prustete und hustete wie´n ganzes Tuberkulose-Freizeitcamp. Dazu dudelte der ihr Lieblingssender in Radio: NDR1 Radio Niedersachsen. Da steh ich ja voll drauf. Erst “steht ein Pferd aufn Flur”, dann “hab ich Kopfweh, heute Abend” bevor DJ Ötzi “ein Stern, der meinen Namen trächt” die musikalische Schwachsinnstrilogie beschließt und endlich die Nachrichten kommen, die widerum verkünden, dass wa mit unsern gesparten paar Kröten bald nix mehr anfangen können. Fängt ja gut an, der Krankenhausaufenthalt! Gerade mal dieses Magnetdingens, Puls und Blutdruck hamse geschafft, den ganzen Tach. Zuhause steht der Müll wahrscheinlich auch noch inner Küche, also rech ich mich nich weiter auf. “Röchel, röchel, hust, röchel, hust, schluck, rülps, röchel, röchel, hust, hust, rülps, gulp, röchel, röchel, hust, rülps!” Das war das Abendbrot. Also von meine Nachbarin. Die saß mir dabei genau gegenüber. Ich habe dann meinen Teller aber dreimal kontrolliert nach jeden Gehuste, das könnse glauben. Die kann ja nix dafür, is halt krank. Gibt aber durchaus nettere Gesellschaft bein Abendessen, sogar mein Göttergatte wär mir da lieber. Den nächsten Tach ging das dann los, mitte Untersuchungen. Als erstes kam so ein Skelettsintigramm oder so ähnlich. Klingt jedenfalls, als hättense ein Zigeunerskelett gewogen. Da hamse dann son radioaktives Zeuch gespritzt und mich aufe Liege gelecht und fotografiert. So von innen, mit ohne Blitz. Sah putzig aus. Nach zwei Stunden solltich wiederkommen. Bin erste ma auf die Station, damit ich mein Frühstück mit meine Bettnachbarin zusammen einnehmen konnte. Was eine Freude! Die Schwester kam dann rein ins Zimmer und meinte, ich soll erst noch zum EKG. Und dann noch zun Röntgen vonne Füße. Aber nur, wenn ich rechtzeitich wieder bei diesen Zigeunerdingens bin. Hat natürlich nich geklappt. Bein EKG war so viel los, wie bein Rummel zu später Stunde anne Schießbude. So kam ich natürlich zu spät. Alles wartete auf Gertrud! Kann ich aber nix für. Die vonner Station ham mir sogar son AOK-Porsche gegeben und dazu einen Rollstuhlschubser bestellt, damit ich schneller unterwegs bin. Nachdem ich diese Prozedur hinter mich gebracht hatte, sollte ich zun Röntgen, um mittlerweile 13.30 Uhr. Mein Mittachessen erkaltete auf mein Zimmer vor sich hin – worüber ich angesichts der zu erwarteten Geräuschkulisse von meine Nachbarin ehrlich erfreut war. Also ab zun Röntchen – mit Zivi in Siebenmeilenstiefeln. Die reinste Muppetsshow sach ich Ihnen! Mehr erzähle ich Ihnen aber erst bein nächsten Mal. Wenn ich nich vorher an Tuberkulose zu Grunde gehe. Und der Müll steht bestimmt immer noch inner Küche …
Tags: Ärzte, Gesundheit, Olivenöl, Symptomemedizin
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Montag, August 17th, 2009

Seit die Unesco nicht nur Bauwerke sondern auch “immaterielles Kulturgut” als Weltkulturerbe auszeichnet, geht die Fantasie mit den Leuten durch.
In der EU-Vorlage Spaniens heißt es: Die mediterrane Ernährungsweise ist gehaltvoll, vielseitig, ausgeglichen, gesund und schmackhaft.
Gesund wäre sie ja, die Mittelmeerdiät mit viel Gemüse, Fisch, Obst und natürlich Olivenöl. Bei der Interpretation der Mittelmeerdiät (die die Spanier sowieso von den Kretern abgekupfert haben) bzw. der mediterranen Ernährungsweise wird allerdings geflissentlich das Fleisch weggelassen. Warum? Weil kein Europäer so viel Fleisch isst, wie die Spanier. Auf 120 kg pro Kopf und Jahr bringen es die Spanier – die Deutschen schaffen nur rund 90 kg. Und was führt man als Beispiel für die mediterrane Küche an: Paella und Tapas. Natürlich ganz ohne Fleisch.

Olivenöl, Gemüse, Fisch, Pasta - Bestandteile der Mittelmeerdiät
Na ja, die Idee finde ich grundsätzlich gar nicht so schlecht, eine Ernährungsweise als Weltkulturerbe zu verewigen. Wer weiß denn schon, ob die nächsten Generationen sich auch noch gesund ernähren, oder ob McDoof und Co. mit ihren globalisierten Ernährungspropagierungen alle europäischen Esser in ihren Bann ziehen werden. Dann wird vielleicht der “Hamburger” Weltkulturerbe, was auch ein Gutes hätte: es wäre zumindest namentlich ein deutsches Weltkulturerbe!
Bevor jedoch die spanische Reispampe Weltkulturerbe wird, hat es ja wohl unser “Deutsches Bier” verdient in den Weltkulturerbe-Olymp aufzusteigen. Es enthält viele wichtige Nährstoffe, diente den Mönchen sogar während der Fastenzeit als vollständige Mahlzeit und wird mittlerweile auf der ganzen Welt mit wachsender Begeisterung getrunken. Einzig den nötigen Hinweis, dass es nur “in Maßen” getrunken werden sollte, werden widerum die Bayern falsch verstehen. Egal: “A Guada hoits aus, und um an Schlechten is net schad!”
Ich höre sie schon, die Italiener, die jetzt den Wein als Weltkulturerbe nachschieben möchten, oder die Griechen das Olivenöl. Absurd? Also wenn es die Tänze der Aka-Pygmäen aus Zentralafrika und die Totengedenkriten Mexikos als Weltkulturerbe geschafft haben, dann kann ja wohl auch Bier, Wein und Olivenöl Weltkulturerbe werden. Man muss das auch mal im möglichen Zusammenhang sehen: Erst trinkt man das Bier und den Wein, dann tanzt man wie die Pygmäen, nach anschließendem Alkoholtot wird mit Olivenöl gesalbt und nach mexikanischen Riten bestattet. Weltkulturerbe vom Feinsten! Und wer unbedingt will, kann ja zwischen Bier und Wein noch eine Paella einschieben.
Tags: Mittelmeerdiät, Olivenöl, Pasta, Weltkulturerbe
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