Mittwoch, Mai 26th, 2010
… sind alle da draußen. Was aber nur meine unmaßgebliche Meinung ist. Wie ich darauf komme? Ich kann mich nicht wehren, gegen den Mist, der täglich in den Medien als Topnachricht verbreitet wird.Ballack (das ist so ein Fußballspieler) kann bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht Spielerchen machen. Weil, er hat Knöchel. Das ist den Öffentlich-Rechtlichen doch glatt eine Sondersendung zu den Nachrichten um 20 Uhr wert. Zusätzlich bringt eine große deutsche Zeitung auf der ersten Seite ein Bild von Ballacks Knöchel, und bei „Wetten, dass“ auf Malle darf er dann auch noch seinen verbalen Sondermüll verklappen. Wir bekommen von den durchgeknallten Programm- und Zeitungsmachern schon gesagt, was wichtig und was nichtig ist.
In Europa geht’s um die Wurst den Euro und den Zerfall der Eurozone, und es scheint nichts Wichtigeres als den kleinen König Kalle Ballack zu geben. Der muss sich doch vorkommen, wie ein Halbgott, so wie er von den Medien hofiert wird. Der arme Junge wird doch bekloppt, wenn der irgendwann aus den Medien und der Aufmerksamkeit der Fußballfanatiker verschwindet. Dieser ganze Bohei um den Knöchel von Ballack geht mir jedenfalls tierisch auf – tja, worauf, schreibe ich jetzt nicht. Irgendwie erinnert das ein wenig an das alte Rom und an „Brot und Spiele“. Bloß nicht an was Wichtiges denken, immer schön ablenken, dann bekommt die Spekulation um Mehrwertsteuererhöhung auf 25% auch keiner mehr so richtig mit. Sogar die Liberallallas können sich jetzt gar nicht mehr erinnern, dass sie ja eigentlich keine Steuererhöhungen wollten, sondern das Gegenteil. Nun wurden sie aber von Mutti Murkel alle wieder eingenordet.
Da trifft es sich auch gut, dass eine Bankiersgattin (ist das eigentlich ein Titel?) medienwirksam entführt wurde. Da kann man über das Volk wieder einen ordentlichen Eimer Betroffenheitspolemik ausschütten, dann sind sie beschäftigt.
Apropos beschäftigt. Haben Sie auch schon angerufen? Na, im Radio. Wetter ist zu kalt. Rufen Sie an und sagen Sie uns Ihre Meinung. Nur 14 Cent aus dem deutschen Festnetz. Ballack kann nicht zur WM. Was sagen Sie dazu? (ach, sorry hatten wir ja schon) Schlussmachen mit seinem Partner per SMS. Was ist Eure Meinung? Ruft an! Wohin machen Sie Ihren Pfingsausflug, rufen Sie an … Aaaaahhhhhhhhh!!!!
Ich hasse Mitmachradio. Ich will Musik und Nachrichten – richtige Nachrichten und richtige Musik. Nicht das beste von heute und die Hits aus den 80ern, ich will die von den Sendern propagierte Abwechslung, die bei denen daraus besteht, dass den ganzen Tag der gleiche Mist läuft. Inklusive Dauerberieselung von Queen und Michael Jackson. „Einfach mehr Abwechslung“ heißt nicht, ein Repertoire von höchstens 100 Liedern hoch und runter gedudelt. Hey, ich zahle dafür. Und was bekomme ich, kaum dass ich die Kiste mal andrehe? „Ich habe einen Schatz gefunden …“ sülzt es aus den Lautsprechern, da flockt einem ja sogar die Kondensmilch im Kaffee aus. Und weil ich gerade so schön dabei bin: Ich möchte von Euch marschierpulverbedröhnten Moderatorenzombies (nur mein subjektiver Eindruck) nicht geduzt werden. Und Eure aufgesetzte Fröhlichkeit, die einem 8°C im Wonnemonat Mai noch als Flip-Flop-Wetter verkaufen möchte, damit könnt Ihr Eure Kindergartenkinder quälen, aber nicht mich. Wer braucht im Radio überhaupt einen Moderator? Nachrichtensprecher und Musikaufleger reichen doch völlig. Da können die Gebühren auch wieder fallen. Ich brauche auch keine Talkshow im Radio, schon gar nicht mit der ewig aufgesetzt lachenden Tiedchen, oder einer Bärbel „ich bin ja so betroffen“ Schäfer. Die soll lieber zusehen, dass sie bei den Schäferstündchen ihres Mannes auch anwesend ist, und mich nicht auch noch im Radio nerven.
Man bekommt den Eindruck, dass das Volk durch die Medien konsequent verblödet werden soll.
Jede Silikoneinlage in Brüsten irgendwelcher Pseudoprominenten ist wichtiger als das aktuelle Geschehen in Deutschland und Europa. Jeder angebliche Superstar fesselt die Aufmerksamkeit der Medienkonsumenten länger, als die Talfahrt des Euros. Und damit denn alle restlos verdummt werden, schalten Geldinstitute Anzeigen mit der Überschrift „Profitieren Sie jetzt von der starken Wirtschaft“. Und im Himmel ist ganz großer Jahrmarkt, die Buden stehen alle in Niedersachsen.
Das musste einfach mal raus!
Tags: Journalismus, Merkel, Politiker, Radiomoderatoren, Satire, Topnachrichten, Verdummung
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Montag, Januar 25th, 2010
Das Jahr fängt ja gut an: Erdbeben in Haiti mit tausenden von Toten, derweil führt das Handwerk in Deutschland eine Image-Kampagne für sich durch, in der ein Fernsehspot zeigt, wie eine ganze Stadt zusammenfällt. Doll gelaufen Kumpels, da wird einem schon ganz blümerant beim Zuschauen. Zehn Millionen Euro Werbeetat versenkt, die ihr besser bei mir hättet anlegen sollen.Na, aber in der Politik, da geht doch was, oder? Genau, die Steuererleichterungen kommen, nur weiß man noch nicht so genau wann, außer, dass sie in diesem Jahr nicht mehr kommen. Nach dem Krisengipfel neulich stürmten alle Politiker kommentarlos unlächelnd aus dem Kanzleramt, was sicherlich für eine harmonische Einigung spricht.
Zudem wird es wohl Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung geben. Da bin aber sowas von steuererleichtert (oder heißt es „um Steuern erleichtert“?).
Und was macht die FDP? Die wird doch sicherlich für uns Bürger sorgen! Nun ja, erst mal macht sie Schlagzeilen. Damit, dass sie nicht für die Bürger, aber für sich selbst gesorgt hat, indem sie Millionenspenden von einem Hotelmulti entgegennahm. Wer jetzt vermutet, es bestünde irgendein gearteter Zusammenhang mit der Senkung der Mehrwertsteuer für das Übernachtungsgewerbe, der ist aber böse, böse, böse! Absurd wäre das, meint Westerwelle. Nun ja, was machen Schweine am Trog? Sie fressen! Also kann man denen auch nicht böse sein, das ist einfach ein Reflex. Ein politikenttäuschter Mensch entwarf sogar einen neuen Werbeslogan für die Möwnenpick-Partei: FDP – There’s no better way to lie. (Quelle: www.twitter.com/zynaesthesie)
Aber unsere Kanzlerin, die sorgt doch für ihre Schäfchen, oder? Nur leider ist sie in letzter Zeit nicht in Erscheinung getreten; einige Zeitgenossen fragen sich, ob sie noch unter den Lebenden weilt, oder beim „für Schäfchen sorgen“ eingenickt ist.
Aber bei den Linken, da lafontainet es doch immer so herrlich bürgerfreundlich, da muss doch was gehen. Da wird auch was gehen, im Mai, wenn es nach den Herren Gysi und Lafontaine geht, nämlich der Parteivorsitzende Bartsch, der es gewagt hat, dem armen, kranken Lafontaine lauwarm ans Bein zu pieseln. Die sind also mehr mit sich selbst, als mit Politik für uns arme (im Sinne von mittellos) Bürger beschäftigt.
Aber einer, der geht voran, und holt den eisernen Besen raus, mit dem er jeden Hartz-IV-Empfänger in eine Beschäftigung gleich welcher Art kehren will, Roland Koch, der hessische Ministerpräsident: „Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertiger Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung“ (Quelle: Spiegel Online). Also, liebe Hartz-IVer, raus aus der Hängematte, jetzt werden die öffentlichen Klos geputzt! Aber mit der Zahnbürste, der eigenen, versteht sich, damit das auch ein wenig dauert. Was? Sie haben Kunstgeschichte studiert und können gar nicht putzen? Egal, dann malen Sie! Und zwar die Hörsäle in der Universität an! Mit Borstenpinsel, Größe 6, gell! Und, liebe Hartz-IVer, von so einer kleinen Bombenattrappe läßt sich ein Koch nicht abschrecken, da müsst Ihr schon aufrüsten. Vielleicht mit einer Bonbonattrappe?
Aber irgend einen Lichtblick für das neue Jahr muss es doch geben!
Was ist mit der Kirche? Die evangelische Landesbischhöfin und EKD-Vorsitzende Margot Käßmann wendet sich in Ihrer Neujahrspredigt wenigstens gegen den Krieg in Afghanistan – und bekommt dafür vom Ministerpräsidenten Wulff gleich einen auf die Omme. Nicht wörtlich, natürlich.
Lieber Herr Wulff, da sagt die einmal was Vernünftiges, und dann ist es auch wieder nicht Recht.
Und was ist mit der Krise? Die bleibt. Wenigstens noch eine Weile.
Und Schäuble forderte in einer Blut- und Tränenrede Einsparungen in Milliardenhöhe. Also nix mit Steuersenkungen.
Na gut, aber wenigstens das Wetter soll toll werden in 2010. Wobei es momentan eher so aussieht, dass sich unsere Heizkosten verdoppeln werden in diesem Jahr, will man sich daheim nicht den Pöter abfrieren. So viel dann zur Klimaerwärmung. Da passen ja auch die Eisberge, die man mittlerweile vor Rügen gesichtet haben soll. Titanic, ick hör dir schippern. Wer also an Inkarnation glaubt, der sollte sich vielleicht so was wie Eisbär oder Pinguin vorstellen. Oder Westerwelle, immer schön warm und finanziell kuschelig.
Tags: Die Linke, FDP, Kanzlerin, Merkel, Satire, Schäuble, Westerwelle
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Dienstag, Oktober 13th, 2009
Helmut Schmidt sagte einmal: „Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen!“ Nur wird mir auch der Arzt kaum helfen können, es sei denn, er verschriebe mir Antidepressiva. Wage ich einen Blick in die Zukunft, wird mir nämlich ganz übel. Versprach uns schwarz-gelb noch vor der Wahl Steuererleichterungen, höhere Kinderfreibeträge und mehr Kindergeld, so werden diese Versprechungen – erwartungsgemäß – gebrochen. Einfache Begründung, die man vor der Wahl auch hätte „ahnen“ können: es ist kein Geld da. Nun werden – noch sehr spekulativ, aber das waren Koalitionen mit SPD und Linken vor der Wahl auch – Möglichkeiten gesucht, den Staatshaushalt auf Kosten der Bürger zu sanieren. Zum Beispiel mit Hilfe der PKW-Maut auf Autobahnen (die allerdings komplett in den Straßenbau fließen soll, bevor das Geld „durch die klebrigen Finger des Finanzministers läuft“), dem Wegfall des ermäßigten Steuersatzes oder der Erhöhung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung, in Erwartung höherer Arbeitslosenzahlen. Alle diese Maßnahmen träfen natürlich in erster Linie die BürgerInnen schwer, die sowieso schon wenig verdienen. Um Neuverschuldung, die die selbst auferlegte Schuldenbremse sprengen, kommt die Kanzlerin mit ihrem immer noch von Steuererleichterungen faselnden Guido Westerwelle wohl nicht herum. Nun, Herr Westerwelle könnte ja immer noch ein Gesetz anregen, dass Servolenkungen für alle Fahrzeuge bindend vorschreibt; das wären ja auch Steuererleichterungen im weitesten Sinne. So ganz viele Möglichkeiten gibt es ja nicht, auf der einen Seite den Staatssäckel zu füllen, und der anderen Seite den BürgerInnen zu mehr Netto in der Brieftasche zu verhelfen. Die Zukunftsaussichten sind also mehr als düster, auch für nachfolgende Generationen bleibt noch viel Ballast abzutragen, den unsere und die voran gegangenen Generationen angehäuft haben. Statt „Schönheitsoperationen für alle!“, wie sie Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling in seinem letzten Film (siehe unten) fordert, sollte man lieber „Antidepressiva für alle!“ fordern. Es ginge uns dann zwar finanziell nicht besser, dieses uns aber so was von am Pöter vorbei …
Tags: CDU, FDP, Horst Schlämmer, Merkel, Steuern
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Montag, August 17th, 2009
… kann ja so einiges. Zur Not auch man selbst. Nur fordert das in der Regel keine größeren Konsequenzen; außer vielleicht einen eingeschlafenen Arm oder ein ebenso taubes Bein. Allerdings sollte man bei Frau Merkel nichts rumliegen lassen, dann ist sie nämlich umgehend zur Stelle: “Es kann nicht sein, dass der Computer und die darin liegende Festplatte ein Raum sind, wo der deutsche Rechtsstaat sagt, da greifen wir nicht zu (Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin).”So verlautete sie in der letzten Woche im ZDF1. Nun frage ich mich natürlich, wie ich meine persönlichen Daten auf meinem PC vor Frau Merkel in Sicherheit bringe: wie zum Beispiel die Nacktfotos meiner Nachbarin, die Liebesgedichte an Frau “Nur-sieben-Jahre-Pauli”, die Zugangsdaten für das schweizer Bankkonto und meine Teletubbies-Sammlung? Letztlich liegt das alles ja auch nur “so rum” auf meinem PC. Ganz zu schweigen von den vielen Artikeln, in denen ich eventuell etwas zu ehrlich war, mit meiner Meinung über den einen oder anderen Politiker. Ich traue mich auch gar nicht, die Suchfunktion des Rechners zu benutzen, um nach “Bombe” zu suchen, aus Angst, ich könnte fündig werden (ich hatte mal ein Rezept von einer Eisbombe auf dem Rechner gespeichert; wo, werde ich wohl jetzt nicht mehr herausfinden). Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum Frau Merkel in China war und dort die Menschenrechte angemahnt hat? Gibt’s die nur für Chinesen?
Ganz recht geschieht es ihr da, dass die Chinesen sie jetzt als “Hexe” bezeichnen dürfen. Von höchster Stelle abgesegnet! Nicht, weil sie auf meinem Computer umherschnüffeln möchte, sondern weil sie den Dalai Lama in Deutschland persönlich in Empfang genommen hat. Sie hat sogar mit ihm geredet: über Menschenrechte, unter anderem.
“Liebe Frau Merkel!
Da ich glaube, dass sie ein Tagebuch führen, und da ich weiterhin glaube, das dieses bei Ihnen rumliegt, hätte ich gern die Ausgaben von 1988 bis 2006. Falls dort Intimitäten mit einem gewissen Herrn Broccoli, auch genannt Apfel2, geschildert sind, können Sie diese Seiten gerne herausreißen – mir wird sonst vielleicht übel.
Weiters fügen Sie bitte aktuelle Kontoauszüge und Zugangsdaten für Ihr Online-Banking inklusive aller Passwörter bei. Da das bei Ihnen, wie bei allen anderen Menschen in diesem Lande genau so rumliegt, wie die Festplatten in diversen Rechnern, möchte ich doch gerne zugreifen. Ich bin zwar nicht der deutsche Rechtsstaat, allerdings habe ich die gleiche Legitimation wie dieser (zumindest nach Ihrer Rechtsauffassung), mich an privaten Daten zu vergreifen.
Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich Ihnen das Porto nicht erstatten kann, da meine Festplatten gänzlich gelöscht und sämtliche Zugangsdaten für meine Konten somit unbekannt sind.
In Erwartung Ihrer spannenden Lektüre verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen
Ihr Gerhard Schröder3”
Dieses Brieflein können Sie gern als Musterbrief notieren (nur nicht auf Ihrem Computer abspeichern!) und bei Bedarf an unsere – um die Menschenrechte besorgte – Kanzlerin schicken. Nur eins vorweg: Ich habe zuerst gefragt!
Tags: Kanzlerin, Menschenrechte, Merkel, Schäuble, Überwachungsstaat, von der Leyen
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