Neue Worte braucht das Land
von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: fast 3 Minuten.
Manchmal wird es kurios mit der deutschen Sprache. Da erscheinen plötzlich Wörter, die gab es so eigentlich gar nicht. Werden sie nur lange genug wiederholt, dann stehen sie sogar im Duden. Beispiel: einwecken.
Gemeint ist damit das Einmachen in Weckgläser. Service für die jüngeren Leser: „Fragt mal die Oma!“ Modern interpretiert hat dies die Firma Tupperware aus Amiland mit dem „eintuppern“ und natürlich wieder „austuppern“ (Ich kenne jemanden, der hat sogar ein- und wieder ausgefroren!!!). Ebenso im Sprachgebrauch das Verb „kärchern“ oder „abkärchern“. Sie wissen nicht, was das ist? Ganz einfach: säubern mittels eines Hochdruckreinigers, möglichst natürlich aus dem Hause Kärcher.
So mache ich mir denn Gedanken, ob sich nicht noch andere Wortschöpfungen finden, die sich Tätigkeiten oder anderen Dingen zuordnen lassen. Neulich las ich in einem Internetblog „Ruditum“. Soll heißen „Völlerei“, ha, ha. Das muss noch besser gehen. Wie wär’s mit „parisieren“, abgeleitet von Paris Hilton = rumzicken? OK, auch nicht toll. „Tokiotas“ als Bezeichnung von Fans der Popgruppe „Tokio Hotel“ (es gibt ein Wort aus dem Spanischen, das so ähnlich klingt, das ist natürlich nicht gemeint-:); wie es scheint, hält sich die Gruppe wohl doch noch in den diversen Charts.
„Maggirisieren“ = das Würzen mit dem Universalwürzmittel. Ich würde das Wort eher als Schimpfwort verwenden, gleich nach „Maggitanten“, Frauen, die unter Kochen das Tütenaufreißen verstehen. Schön fände ich auch „verschrödern“. Die Bedeutung wäre: ein Versprechen brechen (Beispiel: Ex-Bundeskanzler Schröder erklärte:
„Ich rechne damit, dass es uns gelingt, bis zum Ende der Legislaturperiode 2002 die Arbeitslosigkeit auf unter 3,5 Millionen zu drücken.“ Bild am Sonntag, 20.8.2000. Vor der Wahl 2002 versprach die SPD in einer Anzeige: „Wir sorgen für mehr Beschäftigung.“
Die Welt, 31.5.2002
Jetzt haben wir über fünf Millionen Arbeitslose. Jeden Tag gehen 1.000 Arbeitsplätze verloren.) Aber der Schröder ist ja nun ganz weit hinten im Zimmer (= weg vom Fenster).
„Ronaldoren“ hätte einen etwas aktuelleren Bezug. Dieses neue Verb bezeichnet jemanden, der statisch immer an der gleichen Stelle steht (Der Deutsche Tierschutzverein wollte Ronaldo wegen des Spiels Brasilien : Kroatien verklagen; er stand wärend der ersten Halbzeit immer auf dem selben Regenwurm! `Tschuldigung, war ein alter Witz, passt aber so gut.).
Neue Namen zu erfinden, ist auch eine tolle Beschäftigung. Übertrieben haben es sicherlich Brad Pitt und Angelina Jolie mit dem Namen Ihrer Tochter: Shiloh Nouvel. Was ich übersetzen würde mit „Neuer Bauernhof“ (Wer erinnert sich noch an die „Leute von der Shilo Ranch?). Da freut sich das Kind, wenn es in der Schule veräppelt wird.
Eine Bekannte von mir wollte ihr Kind neulich beim Standesamt unter dem Namen „Narzissengeorg“ anmelden, was unverständlicher Weise fehlschlug, da das Standesamt sich strickt weigerte. Unverständlich deshalb, weil eine andere Freundin ihr Kind ohne Probleme als „Rosemarie“ anmelden konnte.
Obwohl, bei Narzissengeorg hätte man später wohl mit der Kurzform „Narzischorse“ leben müssen; auch nicht schön …
Wenn Sie, liebe Leser, auch ein paar schöne neue Wörter oder Namen für uns haben, dann schicken Sie uns diese doch bitte an den Stadtkurier, Schützenstraße 1, 37586 Dassel oder per Mail an: stadtkurier@a-c-media.de
Die Einsendungen werden im nächsten Stadtkurier veröffentlicht, verschröde… äääh versprochen!


Keine Kommentare für ‘Neue Worte braucht das Land’
Hinterlasse einen Kommentar