Na dann: Fröhliche Weihnachten
von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: etwa 2 Minuten.
Weihnachten ist das Fest der Liebe, sagt meine Frau. Und noch so ein paar Kirchenhanseln, aber darüber will ich gar nicht reden, denn ich bin Atheist. Gott sei dank!
Nun freute ich mich eigentlich auf das übliche Weihnachten, also essen, trinken, schlafen. Eventuell ein wenig übergeben, denn auch wenn so eine Gans Flügel hat, so liegt sie doch eher – und das schwer im Magen. Da hilft auch kein Doppel-, Dreifach- oder Viefachkorn. Was raus will, will raus.
Fällt aber flach dies Jahr; sagt meine Frau. Alles viel zu fett, zu viel Alkohol und überhaupt. Ich solle doch auf meine Gesundheit achten, weniger essen, weniger trinken und mehr bewegen! Zum Bewegen hatte sie denn auch gleich die Idee mit dem “Fest der Liebe”. Ich kann mir richtig vorstellen, was da so abging in ihrem rot bewaldeten Köpfchen: Salatplatte, Feuer im Kamin und dann “ab geht die Luzie”. Das passende Outfit hatte sie auch schon im Sinn: “nackich” mit Weihnachtsmütze. Also ich – zumindest zuerst. Zum Appetit holen, meinte sie. Was meine Zimmerlinde an so einem behaarten Schmerbauch Appetit macht, erschließt sich mir nicht wirklich. Vielleicht sieht sie den einfach als Balkon über’m Spielzeugladen? Ich weiß es nicht. Mittlerweile habe ich einen Bauchnabel, da könnte Knut drin wohnen.

Bild: pixelio.de
Nun ja, weg von meinen körperlichen Vorzügen, hin zum bescheuerten Plan meiner Frau, Weihnachten fünde kulinarisch nicht statt: Zaun, Latten, nicht alle da? Ich verzichte doch nicht nach schwerer Maloche übers Jahr auf die mir zustehende Völlerei – Todsünde hin oder her. Weihnachten heißt bei mir: aufstehen, üppig frühstücken und nebenbei die Eierproduktion einer mittleren Hühnerfarm vernichten, mittagessen mit Suppe, Gans, Rotkohl, Kartoffelknödel und Tiramisù zum Nachtisch, mindestens eine Flasche Rotwein und drei Aquavit, und dann ab auf’s Sofa und den Balg bis abends ruhen lassen, damit das Fondue auch reinpasst. Weihnachten heißt nicht: aufstehen, Pfefferminztee mit Zwieback, Salatteller zum Mittag, raus an die frische Luft (igitt), kalorienreduzierter Käseteller und dann hoppenstangenhoch mit bescheuerter Weihnachtsmütze auf.
So sagte ich meiner Angeflanschtrauten natürlich nicht. Man(n) will sich ja nicht gleich unbeliebt machen. Also, besorgte ich schon mal obiges Outfit um sie in Sicherheit zu wiegen. Morgen gehe ich dann los, und hole den Rest zum Fest: Gänsebrüste, Entenstopfleber, Wildpastete, Rinder-, Kalbs- und Schweinefilet, Fonduesaucen und Mascarpone, Butterstollen, Baumkuchen, riesige Hühnereier, Rotwein, Aquavit, Grappe und Ouzo. Als Grundausstattung.
“Salat? Hab ich vergessen, Schatz!” werde ich meiner Göttergattin munter zurufen, barfuß, ohne Höschen, nur mit Weihnachtsmütze und roten Wangen bekleidet. Und meiner Leber hab ich gesagt: “Dies eine Jahr noch, und dann ist Schluss!” Die hat sowieso Alzheimer!

[...] und die Zeit davor, ist die Zeit der Völlerei. Zumindest in vielen, wenn nicht den meisten Familien. Lassen wir das mit der Todsünde mal außen [...]