Mobbing am Arbeitsplatz
von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: etwa 3 Minuten.
Es ist schon schwer, in der heutigen Zeit seinen Arbeitsplatz zu behalten. Entlassungen wo man hinschaut. Die beste Möglichkeit, sich vor einem Rauswurf zu schützen, ist die ethisch und moralisch nicht wirklich einwandfreie Möglichkeit, seine Kollegen und Vorgesetzte zu mobben.
Ganz filigran und von hintenherum durch die Brust ins linke Auge, versteht sich. Geschafft haben das jetzt die Fußballspieler des Vereins Bayern München. Die haben einfach so lange verloren, bis Klinsmann gehen musste. Zuletzt verloren sie zuhause gegen den Erzfeind Schalke04, womit sie das Fass zum Überlaufen, Höneß zum hyperventilieren und Rummenigge zum – ja zu was eigentlich – brachten. Der Jupp Heynckes soll das jetzt wieder richten. So die Spieler ihn mögen.
Nun hat ja der gemeine Arbeitnehmer in den wenigsten Fällen die Möglichkeit unerwünschte Vorgesetzte oder Kollegen zu mobben, in dem er einfach keine Tore mehr schießt. Deshalb mal ein paar (nicht ernst gemeinte!!!) Anweisungen, wie es auch bei Ihrem Kollegen klappen könnte. Als erstes behandeln sie ihn in Zukunft wie Luft. Grüßen? Vergessen Sie es. Gucken Sie ihn nicht mal mehr an. Nur sollten Sie bemüht sein, über jeden seiner Schritte genau Bescheid zu wissen, damit sie Ihrem Vorgesetzten den kleinsten Fehler des Kollegen brühwarm unter die Nase schmieren können – nur reiben ist zuwenig.
Sollten Sie Informationen erhalten, die auch der Kollege dringend benötigt, dann geben sie diese natürlich nicht weiter! Am Besten drehen sie es so, dass es so ausschaut, als hätten Sie die Information weitergeleitet. Ihnen fällt da schon was ein (Tippfehler in der E-Mailadresse, unleserlicher Zettel unterm Schreibtisch des Kollegen etc.).
Reicht das noch nicht, dann streuen Sie einfach das Gerücht, sie hätten den Kollegen neulich vom Psychater kommen sehen, und mutmaßen sie im Beisein anderer, der Geisteszustand des Kollegen sei ja schon immer auffällig gewesen. Ein kleiner verbaler Angriff auf seine Intelligenz schadet sicher auch nicht (der hat doch neulich den IQ-Test aus der Zeitung gemacht und ist auf satte 92 gekommen). Bringt garantiert Lacher. Wenn der Kollege in der Nähe ist, um so besser.
Und überhaupt: immer Witze über den Kollegen machen, so, dass er es mitbekommt (Kennt Ihr den Unterschied zwischen einem Arbeitslosen und dem Kollegen? Arbeitslose haben schon einmal gearbeitet …).
Hat Ihr Kollege körperliche oder sprachliche Auffälligkeiten, haben Sie zusätzliche Angriffsfläche: äffen Sie ihn im Beisein anderer nach.
Wichtig ist es, immer die Arbeiten des Mobbingopfers zu kritisieren, ob zu recht oder nicht, ist egal. Ständige Kritik macht ihn mürbe. Im Idealfall kommen ihm sofort die Tränen, wenn er sie nur herein kommen sieht. Was wieder auf seinen Geisteszustand geschoben wird. Natürlich muss der Vorgesetzte unbedingt davon erfahren!
Schon zu diesem Zeitpunkt haben Sie es fast geschafft, die nächste Entlassungswelle zu überstehen. Jetzt geht Ihnen nur noch der Vorgesetzte tierisch auf die Nerven, der muss weg. Wie stellen Sie das an?
Hier wird es etwas schwieriger, denn Sie haben nicht alle soeben beschriebenen Möglichkeiten. Sie könnten aber beispielsweise dessen Vorgesetzten – vielleicht beim Pinkeln auf der Firmentoilette – ganz verwundert stecken, sie verstünden ja überhaupt nicht, warum Ihr Vorgesetzter so an diesem (gemobbten) Kollegen festhält, der doch Nachweislich unfähig scheint. Der erste Schritt ist gemacht. Darauf können Sie aufbauen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Vorgesetzter die ihm auferlegten Pflichten nicht fristgerecht erledigen kann. Im Idealfall so, dass den gemobbten Kollegen eine Mitschuld trifft. Ist Ihr Vorgesetzter männlichen Geschlechts, vermuten Sie im Beisein der Kollegen er sei homosexuell oder bisexuell. Ist er weiblichen Geschlechts, dann lassen Sie das, das geht nach hinten los (Welcher Mann träumte nicht schon mal von zwei Frauen, die sich im Bett vergnügen?). Hier ist es besser, jede Anweisung erst einmal in Frage zu stellen, sich natürlich vorher das Einverständniss der Kollegen zu holen. Haben Sie das mehrmals erledigt, können Sie ganz unverblümt die Kompetenz der Vorgesetzten in Frage stellen. Natürlich so, dass es sich bis zum absoluten Chef herumspricht. Haben Sie Ihren Arbeitsplatz dann doch behalten, seien Sie glücklich! Sowas macht man nämlich nicht bei der Diakonie.

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