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Living in a Banana-Republic

von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: etwa 3 Minuten.

Schweine am Trog hauen sich ja gern die Plautze voll, doch es gibt welche, die einfach kein Sättigungsgefühl haben; die fressen und fressen, vernachlässigen alles andere.

Wie komme ich darauf? Ach ja, der Exfinanzminister und Bundestagsabgeordnete  Peer Steinbrück (SPD) ist jetzt in die Kritik geraten. Nicht nur, dass er sein Mandat im Bundestag eher weniger wahrnimmt. Was muss man auch an so blöden Abstimmungen teilnehmen, geht doch nur um das Wohl und Wehe Deutschlands. Seit Dezember 2009 war Steinbrück von 19 angesetzten Abstimmungen nur sieben mal zugegen. Als der aktuelle Haushalt debattiert wurde, zog er es vor, einen gut dotierten Vortrag auf der „Leitmesse für Finanzprofis“ in Mannheim zu halten. Was nun unangenehm auffällt, laut der Internetplattform abgeordnetenwatch.de, dass er mehr Geld mit Vorträgen verdient, als mit seinem Hauptjob. Was ja nicht schlimm ist. Wirklichen „Haut Gout“ bekommt die Sache, wenn man die Auftraggeber anschaut, die Steinbrück so großzügig für ein paar warme Worte am Rednerpult honorieren (man munkelt, er bekäme zwischen 15.000,- und 25.000,- € pro Vortrag). Das sind die Firmen, die während der Finanzkrise großzügig mit Steuergeldern unterstützt wurden. 500 Milliarden Euro wurden dank Steinbrück in die maroden Banken gepumpt, ohne das wirklich klar ist, ob jemals etwas zurückfließen wird. Das steht im Kleingedruckten, das hat den Steuerzahler nicht zu interessieren. Nun bedanken sich die Nutznießer der großzügigen „Spenden“ bei Steinbrück mit gut dotierten Vorträgen. Zudem bekommt er noch geschätzte 130.000,- bis 230.000,- € von der Krupp-Stiftung, da er für diese im Aufsichtsrat der Thyssen-Krupp sitzt, die ebenfalls in der Amtszeit von Steinbrück als Finanzminister von üppigen Subventionen profitierte. Diese Verflechtung von Wirtschaft und Politik stinkt zum Himmel. Mit „Sozial“, wie in SPD, hat das nichts zu tun.
Den nächsten Klopfer leistet sich Ursula von der Leyen mit ihrer „Bildungskarte“ für Hartz-IV-Kinder (allein der Name …). Diese sollen, nach Plänen der Ministerin, so eine Chipkarte bekommen, auf der ein Guthaben in unbekannter Höhe (man spricht von ca. 200,- €) gespeichert ist, mit dem die lieben Kinderchen dann Nachhilfestunden bezahlen können, den Eintritt ins Museum, Konzertkarten, oder den Besuch im Zoo. Oder auch nur den Eintritt ins Schwimmbad. Auf so eine bescheuerte Idee kann nur kommen, wer absichtlich Kinder diskriminieren möchte, oder schon mit dem goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen ist, und die Welt „da unten“ nur vom Hörensagen kennt. Man stelle sich einen Teenager vor, der in einer Reihe ansteht, um seinen Eintritt ins Schwimmbad zu bezahlen, während die Schulkameraden alle mit Barem bezahlen, holt er verschämt seine „Bildungskarte“ heraus. Wissen Sie eigentlich, Frau von der Leyen, wie grausam Teenager sein können, vor allem zu vermeintlich nicht standesgemäßen Mitschülern? Viel schlimmer kann man eine Bevölkerungsgruppe wohl nicht erniedrigen. Da könnte man den Hartz-IV-Kindern auch gleich einen gelben Stern ans Revers kleben, damit sie dann überall kostenlos reinkommen – nur nicht in ein menschenwürdiges Dasein. Danke, Frau von der Leyen.
Versteht eigentlich irgend jemand den Bohei um Google Street View? Da sollen Straßen und Plätze in ganz Deutschland (und der Welt) fotografiert und ins Internet gestellt werden. Na und? Ist doch toll. Das, was da zu sehen ist, ist nichts anderes, als das, was ich sehe, wenn ich vor Ort bin. Gehe ich nach draußen, habe ich Street View live und in 3D. Aber unser lieber Herr Westerwelle möchte dann doch sein Haus verpixeln lassen. Da bin ich froh, dass ich nicht so genau weiß, wo der wohnt. Nachher gehe ich ahnungslos vorbei, und einer seiner Leibwächter kommt herausgerannt, um mir die Augen zu „verpixeln“. Als Google mit ‚Google Earth‘ herauskam, und Satelitenbilder der ganzen Welt veröffentlichte (meine Frau ist im Garten beim Rasenmähen zu sehen), hat keiner der jetzigen blinden Aktionisten das Maul aufgemacht, und jetzt spielen sich einige Politikhanseln als Datenschützer auf, wo nichts zu schützen ist. Es gibt kein Argument gegen Street View, das nicht nach einigem Überlegen zerpflückt werden könnte. Ich werfe meine Urlaubsfotos auch nicht in den Müll, nur weil vielleicht ein Haus zu sehen ist, von dem der Eigentümer, angestachelt durch diese Kritiker, nicht will, das es zu sehen ist. Aber was will man von Leuten erwarten, die sogar den Bundestag hinter Tüchern verstecken und es Kunst nennen.

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