Gertrud sacht – 14
von Mike. Voraussichtliche Lesezeit: etwa eine Minute.
Das war vielleicht ne Hitze, die letzten Wochen, puuh. Nich dassich das nich schön finden würde, ich liebe warmes Wetter, Sonne und am liebsten ja auch noch Strand und Meer. Aber bei 38° C innen Schlafzimmer unter der Dachschräge is das Bügeln nich wirklich erfrischend, ne.
Wenn man denn ma schlafen will, merkste plötzlich, dass nackiger als nackich ganich mehr geht; und alsich denn bei offenen Fenster auf ne frische Brise hoffte, sah ich bloß unsern pupertierenden Nachbarsjungen von gegenüber mit große Augen außen Fenster glotzen, genau auf meine betagte Mutterbrust. Von frische Briese aber keine Spur. Da konntich denn auch alles wieda einpacken; das entäuschte Gesicht können se sich vorstellen. Denn so betagt die auch is, die is ümmer noch eins A, wenn se verstehen.
Am schlümmsten fand ich ja, dass mein Angetrauter meinte, er müsse nu den ganzen Tach nur mit Unterbüxe und Unterhemd bekleidet – Doppelfeinripp in Eierschale von Schießer, versteht sich – durche Bude rennen. Also als Unterhosenmodell von Kälwin Klein geht der nich durch, ächt nich. Und die ganze Zeit is er in seinen unerotischen Aufzuch an mir am rumgrabbeln, als wennich die Heidi Klum persönlich wär. Aber bei den Temperaturen, da läuft nix. Es sei denn, er mietet nen Kühlhaus an. Hatter dann auch vasucht, bei unseren Gastwirt umme Ecke. Der konnte uns allerdings nix vermieten, da wohnt jetzt seine Mutter drin, hatter gesacht.
Leid tun mir ja die ganzen Pflanzen, und ich mir selbst, weilich die alle gießen muss. Früher habich unsere 300-Liter-Regentonne ümmer mitter Pumpe aussen Bach gefüllt. Das is nu aber vaboten. Jetz kannich zwa ümmer noch Wasser zun gießen aussen Bach holen, aber nur mit Eimers. Das vastehe wer will, ich nich!

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