« »

Echt witzig, hey!

kopfgeschossenVon den Qualen eines Schreiberlings

Da sitzt man nun vor einer leeren Seite und soll was möglichst witziges absondern, damit die Leser ihren Spaß haben. Und was, wenn der Autor gar keine Lust hat, was witziges zu schreiben, weil ihm nämlich gerade überhaupt nicht danach ist?

Dann muss er natürlich trotzdem ran. Ganz egal, ob ihm gerade das Finanzamt viel zuviel Einkommenssteuer abgenommen hat, und das nur, weil er vergessen hat die Erklärung abzugeben. Sein Einspruch wurde natürlich auch abgelehnt: was die haben, das rücken die nicht mehr raus. Und weil dem netten Autor das tierisch aufregt, wird er auch noch krank, bekommt Darmkrämpfe und erzeugt Flatulenzen in einer Quantität, dass die Gasprom Sonderschichten fahren müsste, um auch nur annähernd diese Mengen zu fördern. Dass das wiederum dem Familienleben nicht gerade förderlich ist, und es der Frau des Kreativen ziemlich nervt, dauernd mit der „Brise Landluft“ in der Wohnung herumwedeln zu müssen. Obwohl bei so richtiger Landluft ist schon auch mal ein wenig Güllegestank mit dabei. Das will meine Frau aber nicht hören und erteilt Schlafzimmerverbot. Na, da kann einem doch schon mal was witziges einfallen, oder? Und wenn einem dann was eingefallen ist, und man einen richtig „langen Riemen“ runtergeschrieben hat, dann gibt es einen Stromausfall. Dreimal dürfen Sie raten, ob der Autor seinen Text vorher gesichert hatte!

Also noch einmal von vorne. Dabei sind es das erste Mal in diesem Jahr richtig warme Temperaturen, und die Temperatur im Büro des sich für seine Leser quälenden „Schriftstellers“ übersteigt gerade die 38°C-Marke. Schrieb ich schon, dass der Ventilator kaputt ist? Der Hohn ist dann übrigens, wenn man gerade vorher eine Anzeige über Klimageräte in die Zeitung platziert hat. Damit das hier mit der Witzigkeit, die ja nach Hape Kerkeling keine Grenzen kennt, noch was wird, wringe ich jetzt mein durchgeschwitztes T-Shirt aus, und mache einfach weiter. Interessiert Sie nicht? Mir doch egal. Da werde ich trotzig. Irgend ein Schenkelklopfer wird mir schon noch aus der Tastatur fließen.

Wen wir ja schon lange nicht mehr hatten, ist der Verein Deutsche Sprache. Sie erinnern sich vielleicht, dass der immer gegen Anglizismen wettert, und neue Wörter dafür sucht. Letzten Monat haben die ein deutsches Wort für „Public Viewing“ gesucht, und sich unpassender Weise (wie ziemlich oft) für „Fußballkino“ entschieden. Was ist, wenn aber kein Fußball, sondern zum Beispiel Formel 1 übertragen wird? Und kann ich da auch Sperrsitz ordern? Und kommt auch der Eisfritze durch die Reihen?

Jetzt wird ein neues Wort für „chillen“ gesucht. Ich bin gespannt, und tippe auf abhängen oder ausruhen. Beises trifft es nicht, das scheint bei den älteren Herrschaften aber den Witz auszumachen. Ich hätte da natürlich eine Alternative Deutschwortsuche anzubieten. Ich suche ein treffendes deutsches Wort für den unsäglichen Anglizismus „Blowjob“. Was das ist, erkläre ich hier nicht, es könnten ja Kinder von unter acht Jahren mitlesen. Und dass mir hier keiner mit „Stängelpusten“ kommt, gell?

Womit wir wieder bei dem Thema wären: Schweinkram. Und da wollte ich nicht hin, weil das ja nicht witzig ist. Sonst berichtete ich nämlich auch von dem Sozialarbeiter aus Kassel, bei dem man Kinderpornos auf dem Rechner gefunden hat. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Typ hatte aber nicht nur solch Schweinkram auf dem Rechner, sondern auch Kontakt zu Kinderheimen. Warum fällt mir jetzt das Ding ein, mit dem man Luftmatratzen aufpumpt? Egal, lassen Sie mich über den designierten (wenn es nach ihm ginge, tut es aber nicht) Präsidenten der USA, Obama sinnieren. Fünf Millionen Menschen haben ihn im Fernsehen gesehen, tausende haben ihm zugejubelt, nur keiner weiß eigentlich so richtig warum. Denn die Politik von Obama wird sich im Wesentlichen kaum ändern. Auch er will weiter Krieg spielen, und macht jetzt schon Werbung dafür. Natürlich sollen auch die Bündnispartner ordentlich und vermehrt „mitspielen“, denn nur so ließe sich der Terrorismus in der Welt bekämpfen. Genau, Mister Obama: Wir opfern mal eben ein paar unserer Soldaten, damit für Sie weiterhin Gelder aus der Rüstungsindustrie fließen. Aus Vietnam lernen? Nein, das geht ja nicht. Gegen Terroristen und Selbstmordattentäter helfen jedenfalls keine Kriegsmaschinerie. Aber Mist! Das war jetzt auch nicht witzig. Na ja, nächstes Mal …

  • Share/Bookmark

Tags: , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

>