Archive for the ‘Frisch aus der Agentur’ Category

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Der Weihnachtsmann war’s

Dienstag, Dezember 22nd, 2009

Dass der Weihnachtsmann nicht immer lieb ist, haben wir schon als Kinder gelernt, in dem Märchen vom Knecht Ruprecht, der den nicht braven Kindern die Rute bescherte, statt einer schönen Bescherung.

In meinem Olivenölkontor war der Weihnachtsmann seit dem kleinen Relaunch der Webseite gar nicht lieb zu den Besuchern, welche eine Bestellung ausführen wollten. Die bekamen beim Gang zur virtuellen Kasse ein Fenster von ihrem Browser gezeigt, welches auf sichere und unsichere Objekte der Seite hinwies. Ich möchte nicht wissen, zu wie vielen Kaufabbrüchen das geführt hat, ich wäre stinksauer. Nicht auf den Weihnachtsmann, sondern auf mich selbst, der ich nicht genug getestet habe.

Was ist passiert?

Bei der grafischen Anpassung der Seite wurde auch das Hintergrundbild geändert, nämlich jahreszeitlich passend mit dem Weihnachtsmann, der die Besucher lustig lächelnd begrüßen soll. Nun ist es so, dass unser Bestellprozess verschlüsselt über SSL läuft (zu erkennen in der Browserzeile, die Adresse beginnt mit”https”), um Datendiebstahl wirkungsvoll zu verhindern. Unser SSL-Zertifikat ist eine so genannte “Wildcard”. Das bedeutet man könnte jede Seite des Olivenölkontors statt mit “http” auch mit “https” (also verschlüsselt) aufrufen. Da die Seite eine dynamische ist, passiert beim Aufruf Folgendes: Alle Informationen der Seite sind in einer Datenbank gespeichert. Erst wenn ein Besucher auf die Seite surft, werden die Daten aus der Datenbank ausgelesen, und die Seite für den Besucher zusammengebaut. Das geht recht schnell, kein Problem. Auch die Pfade, woher der Browser (Internet Explorer, Firefox, Safari, Chrome und andere) die Bilddaten laden soll, ist angegeben. Liegt ein Bild in dem Verzeichnis “http://www.olivenoelkontor.de/images/stories/bildname.jpg”, dann sucht der Browser danach, und findet es in der Regel auch, wenn der angegebene Pfad stimmt. Nun kommt der Kasus-Knaxus: Der Pfad zum Hintergrundbild ist nicht in der Index-Datei angegeben (hier würde als Pfadangabe “/images/stories/bildname.jpg” reichen, womit es egal ist, ob “http” oder “https” aufgerufen wird), sondern in der CSS-Datei, welche in einem anderen Ordner (also nicht im so genannten Root-Verzeichnis) liegt und somit die komplette Pfadangabe benötigt). Einige Leser wissen jetzt schon,was passiert ist, oder?

In der CSS-Datei, welche die Anweisungen für Typographie und das optische Gerüst der Webseite enthält (wo befindet sich was), war der Pfad zum Weihnachtsmann mit “http” hinterlegt. Das bedeutete, dass der Weihnachtsmann ein unsicheres Objekt während der Bestellung war. Nun erkläre das mal jemand seinen Kindern: der Weihnachtsmann ist ein unsicheres Objekt.

Liebe Webmaster, auch und gerade die designierten: testen, testen, testen …

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Text an Grundlinien ausrichten

Mittwoch, Dezember 16th, 2009

Wer sich mit Desktop Publishing (DTP) ein wenig auskennt, wird die Funktion “an Grundlinien ausrichten” in vielen Satzprogrammen kennen und schätzen. Frei definierte (unsichtbare) Grundlinien bringen Form in ein mehrspaltiges Layout. Alle Zeilen liegen in den Spalten dann auf der gleichen (unsichtbaren) Linie. Überschriften und Zwischenüberschriften platzieren sich ebenfalls auf diesen Linien, der Fließtext wird dementsprechend ausgerichtet. So entsteht ein aufgeräumtes Layout (z. B. bei Zeitungsseiten), welches auch für das Auge nicht anstrengend ist, da es den gewohnten Ausrichtungen folgt.

Aber das Internet …

Genau. Hier gab es bisher große Probleme, bei mehrspaltigen Inhalten Text, Bilder und Überschriften so auszurichten, dass ein gutes Layout entstehen konnte, welches der klassischen Typographie und somit den Lesegewohnheiten der Leser entspricht. Man behalf sich dann mit mehreren Tabellen, die nebeneinander gestellt wurden, was heute aber weder zeitgemäß noch sinnvoll ist, da diese Tabellen sehr viel html-Code erzeugen und der Quelltext einer Seite unnötig aufgeblasen wird, womit sich die Ladezeiten im Browser verlängern. Zudem funktionierte das nur, wenn auch die Überschriften und Zwischenüberschriften in jeder Tabelle an gleicher Stelle platziert wurden. Was meist nicht der Fall war, logischer Weise.

Abhilfe schafft jetzt ein Designprojekt auf Basis von CSS namens Baseline. Man kann sich die Standardscripte kostenlos herunterladen und seine eigenen Webseiten (oder die seiner Kunden) nach diesen Scripten erstellen und/oder anpassen, letzteres auch neudeutsch (und das ist wirklich neudeutsch, liebe HNA, da hier ein englisches Wort deutsch dekliniert wurde) relaunchen genannt. Auf der Webseite von Baseline kann man sich die Grundlinien auch anzeigen lassen, mittels der kleinen Grafikbuttons oben rechts. Ruhig mal ausprobieren, so versteht auch der unbedarfte Laie was gemeint ist.

Ein sehr hilfreiches Werkzeug für Webmaster, die mit mehrspaltigem Layout arbeiten (müssen), und sich an diesem Problem immer die Zähne ausbissen. Schusterjungen werden aber trotz allem nicht vermieden werden können, es sei denn, der Webmaster kann auch texten ;-) Nicht? 0 55 74 / 9 46 22!

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Blendgranate

Dienstag, Oktober 6th, 2009

Rabatt-Aktionen, die wohl eher das Gegenteil von dem erreichen, was zu erreichen erhofft wird: Scheinrabatte.

Der Markt ist in stetigem Wandel begriffen. War vor ein paar Jahren der Geiz noch geil, so stehen heute wieder Qualität, Service und faire Preise im Fokus der Kundeninteressen. In Zeiten der wirtschaftlichen Krise ist dies eine nachvollziehbare Marktentwicklung. Wenn der Kunde Geld ausgibt, möchte er sicher sein, dafür auch einen reellen Gegenwert zu erhalten. Dieser Entwicklung trägt zum Beispiel mein Kunde, Rüggeberg – Küche und Wohnen, seit langem schon Rechnung, und richtet auch sein Marketing danach aus.

Seit nun im Juli 2001 das Rabattgesetz abgeschafft wurde (das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb ist damit allerdings nicht außer Kraft gesetzt, was oft vergessen wird), ist es theoretisch möglich, die abstrusesten Rabatte zu konstruieren, um Kunden zu fangen. Diese scheinbaren Rabatte entpuppen sich häufig als Blendgranaten. Dem potentiellen Käufer wird vorgegaukelt, ein Riesenschnäppchen zu machen.

Rechenbeispiel: Ein Händler wirbt mit einem fairen Preis von 2.899,– € für eine Küche, ein Marktteilnehmer kontert mit einem “Mondpreis” von 5.289,– € , auf den er 50% Rabatt gibt, um anschließend auf den reduzierten Preis noch einmal 5,5% Rabatt zu gewähren. Zudem würde das Angebot auch noch die Lieferung und die Montage beinhalten. Somit wäre der Preis (2.499,– €) zwar niedrig, die Glaubwürdigkeit des Händlers in meinen Augen dahin. Denn wer vor der Rabattaktion gekauft hat, fühlte sich jetzt zu Recht “veräppelt”. Dabei ist der Preis (in diesem anschaulichen Beispiel) nur entstanden, damit die 50% im Angebot ihre vermeintlich Kunden fangende Wirkung entfalten konnte, denn Preise können fast beliebig festgelegt werden. Und darum geht’s: Schein als Sein. Bei so einem konstruierten Angebot von 2.499,– € inkl. Lieferung und Montage für eine Küche sollten die Verbraucher zuschlagen, denn kaufmännisch ist das seriös nicht mehr zu rechnen (dies wurde mir aus sehr zuverlässiger Quelle versichert, so ein Rechenbeispiel sollte ja möglichst genau sein). Allein für die Montage einer Küche benötigte man mindestens zwei gut ausgebildete Fachkräfte (sparte der Unternehmer dort, sparte er am falschen Ende: Reklamationen sind meist teurer), die mehrere Stunden beschäftigt wären. Zudem beinhaltet unser Rechenexempel auch gute Marken-Elektrogeräte, und wer weiß, was allein ein Einbaukühlschrank kostet, der könnte sich sicherlich über so ein Angebot freuen. Schwarze Zahlen, um  auch noch in einigen Jahren seine Angestellten bezahlen zu können, schriebe man damit nicht; kann ich natürlich nur mutmaßen.

Mein Fazit: Mir sind “faire Preise, von Anfang an” lieber, als Blendgranaten. Wie soll man sicher sein, gerade bei dem ausgesuchten Möbelstück, der ausgesuchten Küche nicht zu viel zu bezahlen? Es könnte ja in der nächsten Anzeige das Produkt mit irren Rabatten beworben werden. Egal übrigens, ob es um Möbel oder andere Produkte geht. Der intelligente Verbraucher fällt schon lange nicht mehr auf solcherlei Scheinrabatte herein. Die Glaubwürdigkeit eines Händlers steht im Vordergrund (das haben sogar Saturn und Media-Markt erkannt), der Kunde möchte sich “gut aufgehoben” fühlen, möchte sicher sein, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Und letztlich sind ja auch faire Preise – in den Grenzen des kaufmännisch Machbaren – noch etwas verhandelbar.

Rabattschlachten – wenn man sich auf solche einlässt – schaden letztlich allen Beteiligten: den Händlern und auch den Verbrauchern. Viele Händler, die so etwas versucht haben, sind heute mit Ihren Insolvenzverwaltern auf Du und Du, und die Verbraucher haben beim Service  das Nachsehen. Vertrauen schafft man nicht mit “Mondpreisen” und Riesenrabatten, sondern mit fairen Preisen, von Anfang an!

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Ein Textaltiger …

Montag, September 21st, 2009

… ist für mich jemand, der einen Text vergewaltigt. Und zwar möglichst so, dass etwas eher Komisches dabei heraus kommt. Was bei Vergewaltigungen eigentlich eher selten der Fall ist.

Für ein neues ZeitReise-Projekt (welches, wird nicht verraten, denn ich hoffe, dass die angesprochenen Texte so nicht in den Druck gehen) darf ich ein paar Seiten layouten. Geliefert werden Bildvorschläge und Texte. Die Texte sind in der Regel redigiert, wenn ich sie bekomme; was ich mir in dem Fall nicht vorstellen kann. Beispiel gefällig? “… Durch die Getreideknappheit stieg der Brotpreis ins Bodenlose. …” oder “… ein rauschendes Fest für alle. Grund: Er wurde vom Kaiser geadelt wegen seiner Bemühungen für die Versorgung der Bevölkerung … mit Getreide in den Krisenjahren.” oder auch “… 2008 zeigte sich das Gotteshaus innen verhüllt. Doch war nicht Christo am Werk, sondern Bauarbeiter. Grund: Die Feuchtigkeit wurde aus dem Mauerwerk gezogen. Spezialputz kam zum Einsatz. …”

Hier kann eigentlich nur ein Redaktionspraktikant am Werk gewesen sein. Grund: Die Texte sind eine Lachnummer! Deshalb: habe ich mal vorsorglich reklamiert. Ergebnis: noch offen. Derweil:  fallen die Schweinepreise in Schwindel erregende Höhen.

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