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Sommerlöcher

Dienstag, Juli 27th, 2010

Meine Großmutter pflegte Löcher in Strümpfen oder auch Schlüpfern zu stopfen. Das ist heute nicht mehr üblich, da es für wenig Geld neue Strümpfe und Schlüpfer zu kaufen gibt. Kinderarbeit darf sich schließlich nicht lohnen – also für die Kinder nicht.

Aber Kinderarbeit ist heute gar nicht mein Thema. Ums Stopfen geht es allerdings, ums Stopfen des Sommerlochs.
Kaum ist nämlich unsere aller Kanzlerin im Urlaub verschwunden, nicht ohne uns zu versichern, wie toll doch die Politik von schwarzgelb ist (ich nenne das Verdrängung, sie sollte im Urlaub dringend einen Arzt aufsuchen), da kommen sie aus ihren Löchern gekrochen. Die Politiker, die keiner kennt, die aber unbedingt einmal in die Nachrichten, und sich aus Ihrer Bedeutungslosigkeit heraussuhlen möchten. Das geht jetzt ganz einfach: Nur genügend Verbalmüll absondern, und schon sind sie in aller Munde, wenn es auch nur nach Galle schmeckt, was da so “mundet”. Da fordert beispielsweise ein CDU-Politiker namens Wanderwitz (das ist wirklich wahr, der heißt so, ich mache hier keine Namenswitze – würde aber gerne), dass die Dicken mehr Krankenkassenbeiträge bezahlen sollen, da sie ja ungesund leben, und die Krankenkassen übermäßig finanziell belasten. Ich persönlich finde das ungerecht; nicht nur, dass die Übergewichtigen sowieso schon mehr Geld für Lebensmittel aufwenden müssen, denn so ein Wanst will ja auch gefüllt werden, sondern sie sollen auch höhere Beiträge bezahlen. Nun ist es aber so, wer ungesund lebt, der stirbt ja auch früher. Aber glauben Sie ja nicht, dass sich der Wanderwitz für eine Senkung der Rentenversicherungsabgaben für Dicke einsetzt. Wer früher stirbt, ist länger tot, sagt man im Volksmund, und der kann dann auch die Rentenkase nicht mehr belasten. Davon abgesehen, dass der wandernde Witz gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt, eröffnet er den Krankenkassen einen Weg, Leute zu diskriminieren, die es wahrlich nicht verdient hätten, nicht wahr, Herr Dr. Kohl? Und wer soll denn bitte festlegen, ab wann jemand zu dick ist? Soll da der so genannte BMI (Bodymassindex) herangezogen werden? Wenn es nach dem ginge, wäre Arnold Schwarzenegger, lebte er in Deutschland, der erste der von der Kasse zur Kasse gebeten würde. Und überhaupt: also ich habe schwere Knochen! So!!!
Der FDP-Politiker Lotter treibt es da noch bunter, er fordert sogar ein Fast-Food-Verbot für Kinder, damit die gar nicht erst dick werden. Denn dicke Kinder seien schließlich das dringlichste Problem, das es zu lösen gilt, und das nicht nur in Landau. Leider ist mir nicht bekannt, ob er auch Zwangssport bei Wasser und Brot gefordert hat. So schnell er in den Medien erschienen war, so schnell ward er wieder verschwunden.
Apropos Wasser und Brot: Die Bundesregierung, hier insbesondere das Ministerium von Ursula von der Leyen, möchte die Käfighaltung einführen. Aber nur für Hartz IV-Empfänger! Die Rede ist davon, dass diese nur angemessenen Wohnraum belegen dürfen sollen. So ca. 25 m² pro Hartzvierler. Das wären dann fünf Quadratmeter fürs Wohnzimmer, fünf Quadratmeter fürs Schlafzimmer, fünf Quadratmeter für die Küche, fünf fürs Bad, blieben dann noch fünf Quadratmeter für einen Flur. Ist doch bannich Platz! Nicht bestätigt wurde die Meldung, dass diese Wohnklos mit stabilen Deckenhaken, reißfesten Kunststoff­seilen mit Henkersknoten und einem Billighocker ausgestattet werden sollen.  Orientiert werden soll sich übrigens am unteren Wohnstandard in der jeweiligen Region. Also ich kenne Regionen, da gibt es noch Plumpsklosetts und kein fließend Warmwasser. Wäre ich Tierschützer, ich nähme mich der Hartzvierler  an und sorgte für artgerechte Haltung. Hier im Blog gäbe es dann eine Rubrik, nennen wir sie „Mehr Platz für Hartz IV“ (Nein, nicht „Mehr Bier für Hartz IV“ wir wollen uns der Diskriminierung nicht anschließen), in der in bunten Kästchen mit Foto des Betroffenen für die Suche nach angemessenem Wohnraum geworben würde. Bei dem derzeitigen Leerstand auf dem Immobiliensektor sollte das wohl möglich sein.
Irgendwie ist man ja in Zugzwang, da hat einen der Wulf ins Amt gehievt, und dann kommt nichts. Das muss geändert werden, und zwar auf die denkbar schlechteste Art: Aygül Özkan (CDU), erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland, hat eine ganz besondere Haltung zur Pressefreiheit. Sie möchte, dass alle Journalisten in Niedersachsen eine Charta unterschreiben, die die Berichterstattung über Migrationsthemen festlegt. “Kultursensibel” dürfe nur noch berichtet werden. War bei den Journalisten nicht sooo der Bringer. In der Türkei, da ginge das – vielleicht.

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Vom Trötenmärchen und anderen Ungereimtheiten

Donnerstag, Juli 1st, 2010

Als ich das erste Mal das Wort Vuvuzela (gesprochen „Wuwuseela“) hörte, vermutete ich unsinniger Weise, unser norddeutsches Fußballidol Uwe Seeler wolle sich mit 130 Dezibel bei der WM in Südafrika in die Köpfe der Zuschauer und -hörer hämmern.

Dem war natürlich nicht so. Uns Uwe lässt sich lediglich von EDEKA fürs Einkaufen bezahlen: „Bei den richtigen Vorlagen, mach’ ich ihn auch rein!“.
Stattdessen wurde der FIFA und den Ländern der Welt erzählt, dieses unsäglich gleichtönig lärmende Plastikhörnchen hätte mit der Kultur des Kontinents Afrika zu tun, die Afrikaner würden so nun mal ihre Fußballfeste feiern, und wir hätten den Lärm nun klaglos zu ertragen. FIFA-Präsident Joseph Blatter im Vorjahr: „Es ist afrikanische Kultur, wir sind in Afrika und müssen den Afrikanern soviel Kulturausübung erlauben, wie sie nur wollen.“
Nun haben sich einige Ethnologen des Themas angenommen, und Überraschendes herausgefunden: voll veräppelt! Erst seit ca. neun Jahren gäbe es das Trommelfellärgernis, und würde seit dem auch nur in Südafrika eine Rolle spielen, andere afrikanische Länder kannten die Nervtröte gar nicht. Auch die Verwandschaft mit traditionellen Musikinstrumenten wird von Ethnologen bestritten. Und nun pinkeln sich die Hersteller der Plastikhörner vor Freude in die Turnschuhe, denn der Umsatz muss gewaltig sein. Zudem haben sie es geschafft, fast die ganze Welt an der Nase herumzuführen, und vielen Zuschauern, Spielern, Schiedsrichtern und Journalisten einen gewaltigen Tinnitus zu bescheren. Werder Bremen war übrigens so mutig, die Dinger aus dem Stadion zu verbannen. Wer da laut tröten will, muss nun vorher Bohnen mit Zwiebeln essen. Und überhaupt: Ohne die Vuvuzela hört man wieder unsere traditionellen Fangesänge: „Zieht den Bayern die Lederhose aus“ oder auch „Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht“ und so wundervolle Stadionprosa wie „Das war Abseits, du Blindfisch“ oder „Geh’ doch nach Hause, du alte Scheiße“, immer in Verbindung mit dem nötigen, alkoholbedingten Nuscheln. Denn man kann ohne weiteres behaupten, dass das Biertrinken bei uns in Deutschlands Stadien zu uralter Tradition gehört, genau so, wie das Bratwurstessen. Letzteres bleibt übrigens akustisch meist folgenlos. Sieht man von Würgegeräuschen auf den Stadiontoiletten einmal ab.
Apropos Würgegeräusche: Kaum vermeldet der Schäuble, dass er nun doch „nur“ 60 bis 63 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen muss, statt der geplanten 80 Milliarden, schon entblöden sich einige Politiker, und wollen wieder Steuern senken. Da wünscht man sich doch glatt die Wiedergeburt des Franz Josef Strauß als Bundesfinanzminister. Der konnte wenigstens einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren: „Ich übergebe eine geordnete Kasse und völlig geordnete Bücher mit konsolidierten Verhältnissen.“ (Strauß 1969) Sogar Helmut Schmidt ließ sich 1966 „lobend“ über Strauß aus: „Strauß war die Kröte, die wir schlucken mussten.“ Und Kurt Georg Kiesinger glaubte 1966 in ihm die „Qualitäten eines Herkules“ zu erkennen. Wo sind solche Politiker heute?
Auch lustig: Der Pro-Israel Politiker Dirk Niebel musste sich vom israelischen „Türsteher“ und Leiter des Außenministeriums Liebermann sagen lassen: „Du kommst hier nüsch rein!“, als er im Gaza-Streifen eine Kläranlage besuchen wollte, die unter anderem auch mit Entwicklungshilfegeldern aus Deutschland gebaut wurde. Die ist allerdings nicht in Betrieb, da sie durch einige israelische Bomben beschädigt wurde. So werden denn die Fäkalien munter ins Meer geleitet. Man sollte den Küstenlandstrich in „Côte brun“ umbenennen. Die zur Reparatur dringend benötigten Materialien, wie Zement und Stahl dürfen nicht ins Land gelassen werden, da man damit schließlich auch andere Dinge anstellen kann. Da ist es doch gut zu wissen, dass nur ein paar Kilometer südlich Israel eine Meerwasserentsalzungsanlage betreibt. Und wenn die Meeresstömung etwas ungünstig …
Aber lassen wir das.

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Balla, Balla …

Mittwoch, Mai 26th, 2010

kopfgeschossen… sind alle da draußen. Was aber nur meine unmaßgebliche Meinung ist. Wie ich darauf komme? Ich kann mich nicht wehren, gegen den Mist, der täglich in den Medien als Topnachricht verbreitet wird.

Ballack (das ist so ein Fußballspieler) kann bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht Spielerchen machen. Weil, er hat Knöchel. Das ist den Öffentlich-Rechtlichen doch glatt eine Sondersendung zu den Nachrichten um 20 Uhr wert. Zusätzlich bringt eine große deutsche Zeitung auf der ersten Seite ein Bild von Ballacks Knöchel, und bei „Wetten, dass“ auf Malle darf er dann auch noch seinen verbalen Sondermüll verklappen. Wir bekommen von den durchgeknallten Programm- und Zeitungsmachern schon gesagt, was wichtig und was nichtig ist.

In Europa geht’s um die Wurst den Euro und den Zerfall der Eurozone, und es scheint nichts Wichtigeres als den kleinen König Kalle Ballack zu geben. Der muss sich doch vorkommen, wie ein Halbgott, so wie er von den Medien hofiert wird. Der arme Junge wird doch bekloppt, wenn der irgendwann aus den Medien und der Aufmerksamkeit der Fußballfanatiker verschwindet. Dieser ganze Bohei um den Knöchel von Ballack geht mir jedenfalls tierisch auf – tja, worauf, schreibe ich jetzt nicht. Irgendwie erinnert das ein wenig an das alte Rom und an „Brot und Spiele“. Bloß nicht an was Wichtiges denken, immer schön ablenken, dann bekommt die Spekulation um Mehrwertsteuererhöhung auf 25% auch keiner mehr so richtig mit. Sogar die Liberallallas können sich jetzt gar nicht mehr erinnern, dass sie ja eigentlich keine Steuererhöhungen wollten, sondern das Gegenteil. Nun wurden sie aber von Mutti Murkel alle wieder eingenordet.
Da trifft es sich auch gut, dass eine Bankiersgattin (ist das eigentlich ein Titel?) medienwirksam entführt wurde. Da kann man über das Volk wieder einen ordentlichen Eimer Betroffenheitspolemik ausschütten, dann sind sie beschäftigt.
Apropos beschäftigt. Haben Sie auch schon angerufen? Na, im Radio. Wetter ist zu kalt. Rufen Sie an und sagen Sie uns Ihre Meinung. Nur 14 Cent aus dem deutschen Festnetz. Ballack kann nicht zur WM. Was sagen Sie dazu? (ach, sorry hatten wir ja schon) Schlussmachen mit seinem Partner per SMS. Was ist Eure Meinung? Ruft an! Wohin machen Sie Ihren Pfingsausflug, rufen Sie an … Aaaaahhhhhhhhh!!!!
Ich hasse Mitmachradio. Ich will Musik und Nachrichten – richtige Nachrichten und richtige Musik. Nicht das beste von heute und die Hits aus den 80ern, ich will die von den Sendern propagierte Abwechslung, die bei denen daraus besteht, dass den ganzen Tag der gleiche Mist läuft. Inklusive Dauerberieselung von Queen und Michael Jackson. „Einfach mehr Abwechslung“ heißt nicht, ein Repertoire von höchstens 100 Liedern hoch und runter gedudelt. Hey, ich zahle dafür. Und was bekomme ich, kaum dass ich die Kiste mal andrehe? „Ich habe einen Schatz gefunden …“ sülzt es aus den Lautsprechern, da flockt einem ja sogar die Kondensmilch im Kaffee aus. Und weil ich gerade so schön dabei bin: Ich möchte von Euch marschierpulverbedröhnten Moderatorenzombies (nur mein subjektiver Eindruck) nicht geduzt werden. Und Eure aufgesetzte Fröhlichkeit, die einem 8°C im Wonnemonat Mai noch als Flip-Flop-Wetter verkaufen möchte, damit könnt Ihr Eure Kindergartenkinder quälen, aber nicht mich. Wer braucht im Radio überhaupt einen Moderator? Nachrichtensprecher und Musikaufleger reichen doch völlig. Da können die Gebühren auch wieder fallen. Ich brauche auch keine Talkshow im Radio, schon gar nicht mit der ewig aufgesetzt lachenden Tiedchen, oder einer Bärbel „ich bin ja so betroffen“ Schäfer. Die soll lieber zusehen, dass sie bei den Schäferstündchen ihres Mannes auch anwesend ist, und mich nicht auch noch im Radio nerven.
Man bekommt den Eindruck, dass das Volk durch die Medien konsequent verblödet werden soll.
Jede Silikoneinlage in Brüsten irgendwelcher Pseudoprominenten ist wichtiger als das aktuelle Geschehen in Deutschland und Europa. Jeder angebliche Superstar fesselt die Aufmerksamkeit der Medienkonsumenten länger, als die Talfahrt des Euros. Und damit denn alle restlos verdummt werden, schalten Geldinstitute Anzeigen mit der Überschrift „Profitieren Sie jetzt von der starken Wirtschaft“. Und im Himmel ist ganz großer Jahrmarkt, die Buden stehen alle in Niedersachsen.
Das musste einfach mal raus!

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Flugzeuge im Bauch

Dienstag, April 27th, 2010

kopfgeschossenWo denn wohl auch sonst. Zumindest in der letzten Woche. Oder um es mit Goethes „Wanderers Nachtlied“ zu sagen:

Über allen Gipfeln

Ist Ruh,

In allen Wipfeln

Spürest du

Kaum einen Hauch; …

Die Auswirkungen dieser isländischen Aschewolke sind heftig, denn wenn keine Flugzeuge fliegen, haben die Fluglinien auch keine Einnahmen, bei weiter laufenden Kosten, womit wir zum Ende des Gedichts kommen:

… Die Vögelein schweigen im Walde.

Warte nur, balde

Ruhest du auch.

Einige Fluglinien werden wohl ruhen, und sich mit ihren Flugzeugen in die Insolvenz stehen (Was sich bislang noch nicht bestätigt hat; als der Artikel geschrieben wurde, stand dies aber zu befürchten/hoffen?).
Wer dann für den Herbst einen Flug gebucht und bezahlt hat, könnte somit in die Röhre gucken und in die Luft gehen. Letzteres natürlich nicht real sondern nur metaphorisch, wie das HB-Männchen aus den Siebzigern des letzten Jahrtausends. Die Knete ist dann leider weg. Nun ja, weg nicht, sie hat halt nur ein anderer.
Nur mal so als Idee: Würde es die Welt nicht mächtig entschleunigen, verzichteten wir zukünftig ganz auf den Luftverkehr? Man stelle sich nur vor, wie viel mehr Benzin wir zur Verfügung hätten, um weiter Auto zu fahren. Kein Kondensstreifen mehr am Himmel, nur noch Kondensmilch im Kaffee. Ist es nicht auffällig, dass, kaum fliegt kein Flieger mehr, das Wetter sich endlich zum Frühling bekennt?
Da finde ich es richtig gut, dass der Ramsauer Staatshilfen für angeschlagene Airlines kategorisch ablehnt.
Mal ganz im Ernst: Ich könnte sehr gut ohne Flugzeug leben. Schwerer hätte es da so manches Reisebüro. Wer will schon einen Urlaub buchen, bei dem man sechs Wochen mit dem Schiff nach Mauritius reist, um zwei Wochen Urlaub zu machen und anschließend wieder sechs Wochen zurück zu schippern. Das können sich höchstens noch Hartz IV-Empfänger leisten; also zeitlich jetzt. Auf der anderen Seite: Von was wollen die Urlaub machen? Vom Stress des nicht arbeitens?
Auch die Luftpost fiele dann flach. Ein Paket nach Amerika ist da dann etwas länger unterwegs. Was aber so schlimm auch nicht wäre, ich kenne da drüben nämlich niemanden, dem ich eins schicken könnte oder möchte. Halt! Doch! Obama vielleicht. Ein Carepaket mit deutschen Lebensmittelspezialitäten – lange haltbaren natürlich – und dem Hinweis, er möchte doch seine widerrechtlich gefolterten Häftlinge aus Guantanamo selber durchfüttern. Schließlich haben wir damit nichts am Hut.
Aber zurück zu den Flugzeugen. Kaum hatte ich dies hier geschrieben, philosophierten einige Wissenschaftler und Journalisten bei Beckmann über mein Thema und fragten, ob man denn die Äpfel aus Südamerika, die Orchideen aus Thailand und die Ananas aus Isreal wirklich brauche. Und ob es nicht besser wäre, auf zumindest einige Flüge zu verzichten. Des Klimas wegen. Wie kamen die bloß an mein Manuskript? Habe ich eine undichte Stelle in meinem Netzwerk? Oder liegen die Fragen einfach so auf der Hand, dass sogar ein Beckmann darauf kommt?
Was ansonsten so in der etablierten Presse steht, und meist von der DPA kommt, wird immer überflüssig bebildert mit einer Anzeigetafel auf einem Flughafen, auf der deutlich das Wort „cancelled“ in mehrfacher Wiederholung zu finden ist. Meist auch noch mit einer Flughafen- oder Fluglinienangestellten, die mit nacktem Finger darauf hinweist. Hat man das mehrfach gesehen, freut man sich doch über die Medienkompetenz und den Einfallsreichtum (oder war es der Einfaltsreichtum) der Pressevertreter. Was soll daran spannend sein? Auch wartende Fluggäste sind nicht so interessant, dass man sie in tausendfacher Bebilderung haben müsste. Zumindest war im Fernseher mal ein isländisches, vollgeaschtes Schaf zu sehen. Das war lustig. Und lässt hoffen, dass Wollpullover in anthrazit demnächst preisgünstig auf den Markt kommen. Falls er den modischen Vorstellungen nicht entspricht, kann man ihn immer noch im Blumenbeet vergraben, denn Vulkanasche ist überaus fruchtbar. „Asche auf mein Haupt“, dann habe ich eventuell Chancen, einer Vollglatze zu entkommen.
Vorbei ist die Misere mit dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull voraussichtlich noch nicht, denn es wartet alles gespannt auf den Ausbruch des nebenstehenden und größeren Vulkans Katla. Dann hat es sich wohl für länger ausgeflogen. Reinhold Beckmann soll übrigens schon bei Hamsterkäufen von israelischer Ananas gesichtet worden sein.

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Kassensturz

Montag, März 29th, 2010

kopfgeschossenEs erfordert schon immenses Vorstellungsvermögen, unseren Staatshaushalt zu begreifen. Das liegt unter anderem daran, dass da so viele Nullen mit im Spiel sind. Und das kann man so oder so sehen – und hat immer Recht.

Um diese ganze Misere begreiflich zu machen, greife ich zu einer List: ich streiche einfach die Nullen weg (wenn das so einfach wäre …). Dann kommen dabei Zahlen heraus, die sogar der „normale Ottoverbraucher“ versteht.
Also: Die diesjährigen Ausgaben der BRD betragen 327 Euro (wir erinnern uns: nix Nullen). Und weil ja in der Geschichte der BRD noch kein Politiker je mit Geld umgehen konnte, summiert sich seit 1949 die Staatsverschuldung auf 1.700,- Euro. Aber, wir sind ja der Wirtschaftsgigant in der EU. Uns geht es ja so gut!!! Wir haben nämlich auch Einnahmen. Zum Beispiel aus Steuern. Die betragen voraussichtlich 214,- Euro. Und noch ein paar Kröten, die unter der Rubrik „Sonstiges“ hereinkommen (nein, nicht die Parteispenden, die bleiben allein den Parteien) in Höhe von ca. 27,- Euro. Das macht zusammen – uuups – ja nur 241,- Euro. Wir brauchen doch aber 327,- Euro. Also benötigen wir einen Kredit von 86,- Euro. Und im Gegensatz zu oben erwähntem „normalen Ottoverbraucher“ bekommt unser rollender Finanzvernichter natürlich den Kredit, obwohl er ja schon 1.700,- Euro Schulden hat und nur 241,- Euro hereinkommen. Von denen die Zinsen für den dann auf 1.786,- Euro gestiegenen Schuldenberg aufgebracht werden müssen. Tilgung? Gar nicht dran zu denken.
Allein die Trösterin der Witwen und Waisen, die ehemalige Zensursula und jetzige Ministerin für Arbeit und Soziales bekommt aus dem Haushalt 147,- Euro (ihr Vorgänger kam mit 124,- Euro aus), und die geburtenstarken Jahrgänge kommen erst. Die Zinsen für die Kredite fressen allein 41,- Euro auf, sodass die beiden Ministerien alleine schon 188,- Euro benötigen. Und die anderen 14 Ministerien wollen auch was haben. Schließlich spielen wir ja auch Krieg, und Wohltäter natürlich auch. Die armen Banken, die sich in die Bredouille geritten haben, müssen schließlich großzügig unterstützt werden. Wäre ja nicht auszudenken, wenn deren Manager mit ein paar Millionen im Jahr weniger auskommen müssten (allein der Herr Ackermann, seines Zeichens Chef der Deutschen Bank, bekommt geschätzte 0,01 Euro Jahresgehalt; die sieben fehlenden Nullen müssen Sie sich dann wieder dazu denken, das Komma weglassen und die eins vorne dran stellen; na gut, ich will mal nicht so sein: 10.000.000,-).
Nun müssen die anderen aber zusammen mit 53,- Euro auskommen. Damit sind die natürlich nicht zufrieden, und möchten auch gerne mehr Geld haben. Leider wachsen die Einnahmen nicht so schnell, wie die Ausgaben. Und da haben unsere Politiker eine tolle Idee: Steuersenkungen! Leuchtet Ihnen das auch so ein wie mir? Es soll quasi so funktionieren, dass durch die Senkung der Steuern die Wirtschaft angekurbelt wird, da ja alle mehr Geld haben und somit auch mehr kaufen können, und dadurch haben wir dann das ersehnte Wachstum. Hat in der Vergangenheit noch nie funktioniert, wird es auch in Zukunft nicht. Die Aussichten sind also mehr als übel. Und wenn Onkel Wolfi fürderhin auch noch sieben Prozent Zinsen (wie zum Beispiel Griechenland) statt drei Prozent auf die 1.786,- Euro Schulden zahlen müsste, dann kann er sich gleich auf den Weg in die Insolvenz machen.
Zur Not könnten wir aber auch ein paar Inseln verkaufen, so wie man es den Griechen vorgeschlagen hat. Sylt ist bald sowieso nicht mehr da, da können wir vorher auch noch einen schnellen Euro machen. Und Helgoland? Wer braucht schon Helgoland? Auf der Fähre wird eh allen immer schlecht.
Am Besten ruft der Schäuble mal den Peter Zwegat von RTL an. Den Schuldnerberater der Nation. Dann macht RTL eine Doku-Soap draus („Schäuble 5, und der Zwegat macht sich auf die Strümpf“ oder so ähnlich), und vermarktet die europaweit zu horrenden Summen, die dann wieder in die Staatskasse zu fließen haben. So könnten wir es schaffen, aus der Schuldenfalle herauszukommen. Wobei auch das Auge etwas davon hätte, denn bei Schäuble zu Hause und im Ministerium sieht es bestimmt nicht so heruntergekommen aus, wie bei Zwegats Stammkunden. Zudem hätten unsere europäischen Nachbarn mal ordentlich was zu lachen, und das ist schließlich gesund. So tun wir auch noch etwas für deren Gesundheitskassen. In der BRD sieht’s da ja eher schlecht aus. Kopfpauschale, ick hör dir trapsen. Aber das sind ja keine Steuern, das sind Abgaben. Und Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix.

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Quo vadis,

Montag, Februar 22nd, 2010

kopfgeschossenSozialstaat? Das muss man sich angesichts der immer schärfer werdenden Diskussion über sozial Schwache im Allgemeinen und Hartz IV-Empfänger im Besonderen fragen.

Insbesondere der Herr Westerwelle lehnt sich diesbezüglich verbal weit aus dem Fenster. Die, die noch arbeiten, seien die „Deppen der Nation“ wohingegen die Hartz IV-Empfänger als Sozialhilfeschmarotzer verunglimpft werden. Westerwelle spricht von „spätrömischer Dekadenz“ bei den Empfängern von Sozialleistungen á la Hartz IV. Dass der Guido da etwas verwechselt hat, ficht ihn auch gar nicht an. Denn dekadent waren im alten Rom die oberen 10.000; die, die also auch noch nach unten fallen konnten (Dekadenz kommt aus dem Lateinischen von dem Verb ‘cadere’, was so viel wie fallen, oder sinken bedeutet). Nur, wo hinunter sollen die am Existenzminimum herumkreuchenden Hartz IV-Empfänger denn noch fallen? Höchstens in die Grube wäre noch möglich.

Domine,_quo_vadis-

„Domine, quo vadis?” Gemälde von Annibale Carracci, 1602.

Quelle: wikipedia/gemeinfrei

„Derjenige der arbeitet, muss mehr haben, als derjenige der nicht arbeitet!“ stößt Westerwelle in sein Populismushorn. Was natürlich schwierig wird, bei Mindestlöhnen, die die arbeitende Bevölkerung eher verhöhnen, als entlohnen. Nicht wenige Menschen müssen trotz Arbeit Hartz IV in Anspruch nehmen, um nicht zu verhungern, oder ihren Kindern ein einigermaßen würdevolles Leben zu ermöglichen. Ich würde Herrn Westerwelle nicht empfehlen, zur Zeit auf dem Flur einer Arbeitsagentur zu flanieren, das könnte schlimm für ihn ausgehen.
Da immer deutlicher wird, dass die FDP den Sozialstaat dahingehend umbauen möchte, dass es den Gutverdienenden immer besser und den nicht Verdienern, sprich Hartz IV-Empfängern, immer schlechter gehen soll, muss man überlegen, ob das Deutschland des Herrn Westerwelle den Begriff Sozialstaat noch verdient. Das verbale Eindreschen auf die sozial Schwachen in der Gesellschaft nimmt jedenfalls groteske Züge an. Man vergleicht gar Westerwelles Äußerungen mit denen eines Jörg Haider.
„Westerwelle nannte einmal mehr das Beispiel einer verheirateten Kellnerin mit zwei Kindern: Sie würde mehr als 100 Euro weniger verdienen als wenn sie Hartz-IV-Bezieherin wäre. “Das geht nicht”, sagte Westerwelle.“ (Quelle: Spiegel-Online) Da hat er Recht, denn die Löhne im Gaststättengewerbe sind schon unterirdisch. Hier gilt es unter anderem anzusetzen. Zudem hinkt der Vergleich wieder einmal: Welche Kellnerin ist so schlecht, dass sie nicht mindestens die fehlenden 100 Euro als Trinkgeld nach Hause brächte?

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Neues Jahr, neues Glück?

Montag, Januar 25th, 2010

kopfgeschossenDas Jahr fängt ja gut an: Erdbeben in Haiti mit tausenden von Toten, derweil führt das Handwerk in Deutschland eine Image-Kampagne für sich durch, in der ein Fernsehspot zeigt, wie eine ganze Stadt zusammenfällt. Doll gelaufen Kumpels, da wird einem schon ganz blümerant beim Zuschauen. Zehn Millionen Euro Werbeetat versenkt, die ihr besser bei mir hättet anlegen sollen.

Na, aber in der Politik, da geht doch was, oder? Genau, die Steuererleichterungen kommen, nur weiß man noch nicht so genau wann, außer, dass sie in diesem Jahr nicht mehr kommen. Nach dem Krisengipfel neulich stürmten alle Politiker kommentarlos unlächelnd aus dem Kanzleramt, was sicherlich für eine harmonische Einigung spricht.
Zudem wird es wohl Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung geben. Da bin aber sowas von steuererleichtert (oder heißt es „um Steuern erleichtert“?).
Und was macht die FDP? Die wird doch sicherlich für uns Bürger sorgen! Nun ja, erst mal macht sie Schlagzeilen. Damit, dass sie nicht für die Bürger, aber für sich selbst gesorgt hat, indem sie Millionenspenden von einem Hotelmulti entgegennahm. Wer jetzt vermutet, es bestünde irgendein gearteter Zusammenhang mit der Senkung der Mehrwertsteuer für das Übernachtungsgewerbe, der ist aber böse, böse, böse! Absurd wäre das, meint Westerwelle. Nun ja, was machen Schweine am Trog? Sie fressen! Also kann man denen auch nicht böse sein, das ist einfach ein Reflex. Ein politikenttäuschter Mensch entwarf sogar einen neuen Werbeslogan für die Möwnenpick-Partei: FDP – There’s no better way to lie. (Quelle: www.twitter.com/zynaesthesie)
Aber unsere Kanzlerin, die sorgt doch für ihre Schäfchen, oder? Nur leider ist sie in letzter Zeit nicht in Erscheinung getreten; einige Zeitgenossen fragen sich, ob sie noch unter den Lebenden weilt, oder beim „für Schäfchen sorgen“ eingenickt ist.
Aber bei den Linken, da lafontainet es doch immer so herrlich bürgerfreundlich, da muss doch was gehen. Da wird auch was gehen, im Mai, wenn es nach den Herren Gysi und Lafontaine geht, nämlich der Parteivorsitzende Bartsch, der es gewagt hat, dem armen, kranken Lafontaine lauwarm ans Bein zu pieseln. Die sind also mehr mit sich selbst, als mit Politik für uns arme (im Sinne von mittellos) Bürger beschäftigt.
Aber einer, der geht voran, und holt den eisernen Besen raus, mit dem er jeden Hartz-IV-Empfänger in eine Beschäftigung gleich welcher Art kehren will, Roland Koch, der hessische Ministerpräsident: „Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertiger Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung“ (Quelle: Spiegel Online). Also, liebe Hartz-IVer, raus aus der Hängematte, jetzt werden die öffentlichen Klos geputzt! Aber mit der Zahnbürste, der eigenen, versteht sich, damit das auch ein wenig dauert. Was? Sie haben Kunstgeschichte studiert und können gar nicht putzen? Egal, dann malen Sie! Und zwar die Hörsäle in der Universität an! Mit Borstenpinsel, Größe 6, gell! Und, liebe Hartz-IVer, von so einer kleinen Bombenattrappe läßt sich ein Koch nicht abschrecken, da müsst Ihr schon aufrüsten. Vielleicht mit einer Bonbonattrappe?
Aber irgend einen Lichtblick für das neue Jahr muss es doch geben!
Was ist mit der Kirche? Die evangelische Landesbischhöfin und EKD-Vorsitzende Margot Käßmann wendet sich in Ihrer Neujahrspredigt wenigstens gegen den Krieg in Afghanistan – und bekommt dafür vom Ministerpräsidenten Wulff gleich einen auf die Omme. Nicht wörtlich, natürlich.
Lieber Herr Wulff, da sagt die einmal was Vernünftiges, und dann ist es auch wieder nicht Recht.
Und was ist mit der Krise? Die bleibt. Wenigstens noch eine Weile.
Und Schäuble forderte in einer Blut- und Tränenrede Einsparungen in Milliardenhöhe. Also nix mit Steuersenkungen.
Na gut, aber wenigstens das Wetter soll toll werden in 2010. Wobei es momentan eher so aussieht, dass sich unsere Heizkosten verdoppeln werden in diesem Jahr, will man sich daheim nicht den Pöter abfrieren. So viel dann zur Klimaerwärmung. Da passen ja auch die Eisberge, die man mittlerweile vor Rügen gesichtet haben soll. Titanic, ick hör dir schippern. Wer also an Inkarnation glaubt, der sollte sich vielleicht so was wie Eisbär oder Pinguin vorstellen. Oder Westerwelle, immer schön warm und finanziell kuschelig.

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Unendliche Geschichte: GEZ

Mittwoch, Januar 6th, 2010

kopfgeschossenNun möchte die FDP die GEZ abschaffen, was erst einmal eine gute Idee ist. Nur möchte sie dann über eine “Medienabgabe” – einzuziehen über das Finanzamt (!) – alle Bürger, die ein eigenes Einkommen haben mit dieser besteuernlasten. Nun wird die Idee wieder sehr merkwürdig. Denn so ist es unerheblich, ob jemand ein Gerät zum Empfang öffentlich-rechtlichen Datenmülls bereit hält oder nicht. Er muss zahlen. Wofür bloß?

Zumindest gäbe es dann keine bösen, bösen Schwarzseher mehr. Und Mehreinnahmen gäbe es auch. Und wer es bis dahin geschafft hat, auf Radio und Fernseher zu verzichten, der bekommt gleich den Anreiz, sich solche Geräte zuzulegen (Wirtschaftswachstum!!!), denn schließlich zahlt er ja für den Rundfunk- und Fernsehempfang. Zudem könnten dann die Öffentlich-Rechtlichen mit Geld nur so prassen, Moderatoren wie Beckmann (Waren sie traurig, als Ihre Mutter starb?) Millionen an Jahresgehalt an den Kopf werfen. Leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen ja das Denkvermögen erhöhen.

Womit ich mal zum Rundfunkstaatsvertrag komme, in dem unter anderem definiert ist, dass die Öffentlich-Rechtlichen nach 20 Uhr keine Werbung mehr schalten dürfen.

“Diese Sendung wurde Ihnen präsentiert von Bitburger Premiumpils!”

HALTET IHR UNS EIGENTLICH ALLE FÜR DÄMLICH? Hat jemand Lust auf eine Sammelklage mit Schadensersatzforderung in Millionenhöhe? Beute wird geteilt!

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2,5 Millionen für die Katz’

Freitag, Dezember 11th, 2009

kopfgeschossenOh, wie schön sind doch Konjunkturpakete, mit denen man richtig prassen kann. Da baut man sogar eine Brücke für 10 – 20 Wildkatzen. Dafür gibt das Land Niedersachsen dann 2,5 Millionen Euro aus. Herrlich, wenn man so gar nicht auf Verhältnismäßigkeit achten muss.

Liebes Land Niedersachsen! Wir machen einen Deal. Ich erschieße, bzw. lasse erschießen, die Katzen, und für die Kohle erschließen wir dann die ländlichen Regionen in Niedersachsen, insbesondere um Uslar herum, für schnelles Internet. Sichern und schaffen somit Arbeitsplätze, bieten Anreize aufs Land zu ziehen, dort zu wohnen und zu arbeiten, Firmen zu gründen, und tun somit etwas für die MENSCHEN.

Wer zudem noch nicht mal Zäune bauen kann, denn da fehlen reichlich Latten, sollte nicht auch noch mit dem Brückenbau beginnen.

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Konsum ist, wenn man’s trotzdem macht …

Dienstag, Dezember 8th, 2009

kopfgeschossen… das Einkaufen, trotz Krise, ist gemeint. Konsumforscher sind sich dieser Tage einig, dass zu Weihnachten die Kassen in den Geschäften klingeln. Genau so laut oder gar noch lauter, als 2008.

Damit es aber mal so richtig klingelt in den Kassen, haben sich in diesem Jahr unsere Volksheroen, die Bundestagsabgeordneten, etwas Besonderes ausgedacht: Füller kaufen! Hört sich erst mal nicht so spannend an, ist es aber doch, wenn man bedenkt, dass unsere Politiker für 68.800,- Euro 396 Füller und andere Stifte der Nobelmarke Montblanc orderten. Allein in diesem Jahr! Das macht im Durchschnitt 173,74 € pro Schreibgerät. Schließlich will man ja als darbender Abgeordneter seine Kaufverträge für Ferienhäuser in der Toskana auch standesgemäß unterschreiben. Bei brutto nur 7.668,- € monatlich können einen schon die Existenzängste übermannen, sodass man im Zeitalter hip gewordener Depressionen an irgend etwas Halt suchen muss, und sei es nur an einem güldenen Füllfederhalter. Gut, die steuerfreie Kostenpauschale von 3.868,- € tröstet auch etwas, auch die monatlich 14.312,-  €, die als Gehälter für Angestellte des Abgeordneten gewährt werden. Und natürlich die 12.000,- € Bürokostenzuschuss jährlich, für Arbeitsgerät wie PCs, Papier, Bleistifte und – Füller. Nun ist es so, dass diese 12.000,- € auch ausgegeben werden müssen, damit sie nicht am Ende des Jahres verfallen. So erklärt es sich auch, dass sogar scheidende Abgeordnete, die es auf Grund der blöden, blöden Wähler nicht geschafft haben, ihr Mandat zu behalten, noch mal eben schnell feststellen mussten, dass sie ja gar nichts zu schreiben haben, und deshalb zügig Füllfederhalter von Montblanc orderten.
Großzügig, wie wir alle nun einmal sind, gönnen wir den paar Abgeordneten doch ihre Füller und Kugelschreiber, solange wir uns nicht klar machen, dass diese von unseren Steuergeldern bezahlt wurden. Ein kleiner Einblick in die Finanzen: 622 Abgeordnete sitzen im deutschen Bundestag. Das macht Gehälter von 57.233.952,- € jährlich, dazu 7.464.000,- € Bürokostenzuschuss, ca. 1.866.000,- € Zuschuss zur Krankenversicherung der Abgeordneten, zuzüglich der Kosten für die Angestelltengehälter von 106.824.768,- €. Das wären dann nach Adam Riese 173.388.720,- €. Dazu kämen dann noch die Kosten für Dienstreisen, die auch bezahlt werden. Ich glaube dass ich nur sehr knapp daneben läge, wenn ich behauptete, unsere Abgeordneten kosten uns jährlich ca. 200 Millionen Euro. Das Gute: der Betrag ist inklusive Füller!

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